1,2 Billionen für die Infrastruktur: USA zeigen, wie’s gemacht wird
3. August 2023
Damit ein Standort für eine neue Fabrik überhaupt in Frage kommt, müssen die Verantwortlichen mehrere Faktoren im Blick haben. Für Unternehmen sind natürlich Rechtssicherheit und niedrige Steuern wichtig. Auch eine ausreichende Anzahl gut qualifizierter Arbeitskräfte ist ein entscheidender Faktor, um am jeweiligen Standort auch erfolgreich zu sein. Weiterhin essenziell: Straßen, Energieversorgung und – je nach Art der Industrie – die Nähe zu Häfen, Flughäfen oder Bahntrassen. Denn was bringt es, wenn erstgenannte Faktoren erfüllt sind, die Produkte aber nicht sicher und pünktlich von A nach B transportiert werden können.
Letztere Bereiche bezeichnen die Infrastruktur rund um einen möglichen Investitionsstandort. In Zeiten der industriellen Transformation wird eine gute Infrastruktur für Unternehmen immer wichtiger. Erst kürzlich gab unser mehr als umstrittene Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck in Baden-Württemberg den Startschuss für den ersten von vier Konvertern für die geplante Nord-Süd-Stromleitung, die für die Stabilität des gesamtdeutschen Stromnetzes so wichtig ist.
Infrastruktur USA: Billionen-Markt mit Wachstums-Perspektive
Auch in anderen Regionen der Welt laufen derzeit Infrastruktur-Investments an, um den Herausforderungen der Zukunft gerecht zu werden. Auch dabei geht es oftmals um Stromtrassen, aber auch um Wasser-Reservoirs oder Straßen. US-Präsident Joe Biden hat mit seinem Infrastructure Investment and Jobs Act wieder einmal Zeichen gesetzt und schon 2021 rund 1,2 Billionen US-Dollar bis 2026 bereitgestellt. Das Programm umfasst mehr als 350 Einzelmaßnahmen und betrifft auch die Bereiche Katastrophenschutz, Gesundheitsschutz, Bildung und Breitbandausbau.
Während die deutsche Nord-Süd-Stromtrasse seit Jahren im Verzug ist und 2026 in Betrieb gehen soll, zeichnen sich die Vereinigten Staaten durch entschiedenes Zupacken aus. Dank eher abstrakter Zielvorgaben und einer großen Portion Freiheit, ist innerhalb der US-Wirtschaft eine Art Sonderkonjunktur entstanden. Was Bundeskanzler Olaf Scholz neudeutsch als „ins Doing kommen“ umschreibt, ist in den USA allgegenwärtig und bedarf keiner Motivationsansprache von oben.
Schon heute umfasst der US-Infrastruktur-Markt nach Schätzungen der Beratungsfirma Mordor Intelligence 2,57 Billionen US-Dollar und wird bis 2028 auf 3,48 Billionen US-Dollar wachsen – das ist eine jährliche Wachstumsrate von 6,3 Prozent. Dieses Wachstum ist für Investoren deswegen so vielversprechend, weil der Infrastruktur-Markt von staatlichen Investitionen getrieben ist, die beschlossen sind und an denen kein Zweifel mehr besteht. Auch Unternehmen, die etwa Straßen bauen, Leitungen verlegen, große Bau-Projekte realisieren oder für die Bereitstellung der entsprechenden Materialien wie etwa Kupfer oder Zement verantwortlich sind, profitieren von diesen Rahmenbedingungen und eignen sich daher als Investitionsziele. Der Umstand, dass am Ende viele Projekte teurer werden dürften als geplant, muss für Aktionäre dieser Titel zudem kein Nachteil sein.
Börsennotierte Unternehmen als Investment-Chance
Die USA haben erkannt, dass an der Elektrifizierung und Digitalisierung großer Lebensbereiche kein Weg vorbeiführt. Zugleich bestehen seit Jahren Probleme – etwa bei der Wasserversorgung. Im Westen der USA, der seit vielen Jahren regelmäßig unter Dürren leidet, gehen noch immer große Mengen an Wasser wegen maroder Leitungen verloren. Die heute bereits fließenden Mittel für Investitionen in Infrastruktur sorgen dafür, dass die USA langfristig konkurrenzfähig bleiben und bieten Investoren attraktive Möglichkeiten, sich zu beteiligen. Zwar achtet man in den USA darauf, dass ein Großteil der Wertschöpfung der gigantischen Investitionen im Land bleibt, doch stehen börsennotierte Unternehmen auch europäischen Investoren offen.
Investments in Infrastruktur-Aktien bieten in einer Marktphase, in der viele Anleger geneigt sind, abwarten zu wollen, stabile Renditen und eine sichere Perspektive – natürlich mit einem Langfristblick. Denn die Marktschwankungen rund um alle gegenwärtigen Themen werden noch einige Monate andauern. Was man als Anleger aber wissen sollte, ist, dass wir vom Portfoliomanagement jetzt die zukünftige Entwicklung kaufen – schließlich gibt es dafür sehr gute Aktien und viele Gründe. Und: Idealerweise investieren Sie zusammen mit uns als Vermögensverwalter, denn wir managen das Portfolio nicht nur aktiv, sondern haben auch seit knapp 30 Jahren die Expertise gerade für die Auswahl der einzelnen Branchen und Titel.
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Dr. Markus C. Zschaber, Gründer und Geschäftsführer der V.M.Z. Vermögensverwaltungsgesellschaft, gilt als einer der erfahrensten und renommiertesten Vermögensverwalter in Deutschland und begleitet alle Prozesse im Unternehmen aktiv mit.
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