Ohne Kupfer keine Energiewende
10. Juli 2026
Kupfer ist heiß begehrt. Vor allem als elektrischer Leiter ist Kupfer das Industriemetall, um die Energiewende voranzutreiben. Doch das Kupferangebot ist recht überschaubar. Nicht nur für Anleger ein interessantes Umfeld.
Die Täter kamen in der Nacht. Sie kletterten über den Zaun, schlichen durch den Garten und klauten – keine teuren Gartengeräte oder gar Bargeld, was der Hausherr im Garten vielleicht versteckt hatte, nein, die Fallrohre der Regenrinne waren das Diebesgut. Was sich im ersten Moment nach einer lustigen Geschichte anhört, passiert tatsächlich – und das tagtäglich quer durch die Republik. Im niedersächsischen Landkreis Diepholz etwa hat sich der Kupferklau binnen weniger Jahre vervielfacht. 2024 waren es laut Polizeibericht ein bis zwei Kupferdiebstähle pro Monat, 2025 im Schnitt schon mehr als zweieinhalb Delikte dieser Art, und seit Jahresbeginn 2026 ist die Zahl auf sieben Fälle pro Monat gestiegen.
Kupfer – ein wichtiger Rohstoff für die Energiewende
Die Diebstahlhäufigkeit entwickelt sich dabei fast synchron zum Kupferpreis. 2024 kostete eine Tonne Kupfer um die 9.000 US-Dollar, 2025 waren es zweitweise schon 10.000 Dollar – und in der ersten Hälfte des laufenden Jahres im Schnitt schon um die 13.000 Dollar. Da lohnt sich der Einbruch, denken wohl die Kriminellen, und schlagen zu. Das ist natürlich zu verurteilen, keine Frage, zudem könnten sie mit ihrem Zeitpunkt falsch liegen. Denn: Einiges deutet darauf hin, dass der Kupferpreis mittelfristig weiter steigt.
Denn, Fakt ist: Kupfer gilt als einer der wichtigsten Rohstoffe der Energiewende. Da das Metall nämlich hochleitfähig ist, kommt es vor allem als elektrischer Leiter zum Einsatz. In einem Elektroauto etwa sind bis zu 85 Kilogramm Kupfer verbaut, doppelt so viel wie in einem herkömmlichen Auto mit Verbrennermotor. In jedem Windrad sind viele Tonnen Kupfer enthalten, einschließlich der dazugehörigen Infrastruktur im Schnitt bis zu 30 Tonnen. Und auch in Photovoltaikanlagen ist Kupfer verbaut, drei bis fünf Tonnen je Megawatt Produktionskapazität.
Die Nachfrage nach Kupfer steigt rasant
Die Nachfrage nach Kupfer steigt also, Schätzungen zufolge bis 2040 um 50 Prozent auf dann 42 Millionen Tonnen im Jahr. Bezugsjahr der Schätzung ist 2025, da waren es 28 Millionen Tonnen Kupfer, die nachgefragt wurden. Hört sich erst einmal unverfänglich an, ist es aber nicht, denn das Angebot wird aller Voraussicht nach hinter der Nachfrage zurückbleiben. Es kommt also nicht von ungefähr, dass mit einem wachsenden Defizit gerechnet wird, 2040 könnte sich dieses auf zehn Millionen Tonnen im Jahr belaufen.
Zwar lässt sich Kupfer hervorragend recyceln, weswegen auch die Recyclingquote steigt, doch am Ende droht dennoch ein wachsendes Defizit. Warum? Weil im Zeitraum 2018 bis 2050, so Berechnungen der University of Michigan und der Cornell University, unter dem Strich doppelt so viel Kupfer gefördert werden müsste, als in der gesamten Menschheitsgeschichte zuvor, um die wachsende Nachfrage zu befriedigen, trotz mehr Recycling.
Ein unmögliches Unterfangen, denn neue Kupferminenprojekte gibt es kaum – und die vorhandenen kämpfen mit fallenden Vererzungsgraden. Auch wenn sich Angebot und Nachfrage bei Kupfer derzeit noch einigermaßen in der Waage halten, irgendwann in den kommenden Jahren könnte das Gleichgewicht kippen. Wenn man alle Kapazitäten der Minen, die aktuell in Betrieb sind, und alle Minenprojekte berücksichtigt, die zeitnah umgesetzt werden können, dann könnte der Kipppunkt zwischen Angebot und Nachfrage noch vor dem Jahr 2030 eintreten.
Kupfer für Anleger
Wägt man die Fakten also ab, sind weitere Preissteigerung bei Kupfer sehr wahrscheinlich. Damit rückt das Metall auch an der Börse und für Anleger in den Fokus. Doch wie investieren? Eine Tonne Kupfer ist unter Umständen schnell gekauft, doch im Wohnzimmer macht sie sich weniger gut. Besser geht das über Zertifikate und ETCs, also spezielle börsengehandelte Wertpapiere, die die Preisentwicklung von Kupfer nachbilden. Doch auch diese haben ihre Tücken, wie wir Ihnen gerne in einem Gespräch aufzeigen: Kontakt.
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Dr. Markus C. Zschaber, Gründer und Geschäftsführer der V.M.Z. Vermögensverwaltungsgesellschaft, gilt als einer der erfahrensten und renommiertesten Vermögensverwalter in Deutschland und begleitet alle Prozesse im Unternehmen aktiv mit.
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