US-Präsident Joe Biden schiebt ein gewaltiges Konjunkturprogramm an: Sein Plan sieht vor, die US-Wirtschaft mit einer Konjunkturhilfe in Höhe von knapp zwei Billionen US-Dollar anzuschieben – und somit die negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie möglichst gering zu halten. Ein beachtlicher Teil dürfte dabei auch in den dringend notwendigen Ausbau der amerikanischen Infrastruktur fließen – also in Transport, erneuerbare Energien, Digitalisierung oder Wohnungsbau. Ziel ist die Schaffung einer modernen und klimaneutralen Infrastruktur. Von diesem gigantischen Hilfspaket dürften nicht nur die Umwelt und die US-Bevölkerung profitieren, auch Infrastruktur-Aktien könnten von diesem Paket einen Schub erfahren.

Regierungen gießen das Konjunktur-Füllhorn aus

Dass aufgrund der Pandemie weltweit zahlreiche Staaten das Konjunktur-Füllhorn ausgießen würden, war durchaus absehbar. Investitionen in die Infrastruktur sind schon seit jeher ein probates Mittel von Regierungen, nach schweren Krisen Arbeitsplätze zu schaffen oder zumindest zu sichern und die Wirtschaft schnell, nachhaltig und kräftig anzukurbeln sowie langfristig die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Welche Summe die USA in den kommenden Jahren in Straßen, Tunnel oder Brücken investieren werden, ist zwar ungewiss. Experten zufolge könnten bis 2030 aber rund 3 Billionen Dollar in die US-Infrastruktur fließen. Global gesehen dürfte der Investitionsbedarf angesichts rasant steigendem Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum in den Emerging Markets, dem demografischen Wandel in den westlichen Industrieländern um ein Vielfaches höher liegen. Denn: Im gleichen Zuge wie die Entwicklung voranschreitet, wachsen die Anforderungen an eine moderne Infrastruktur.

Vorteile von Infrastruktur-Aktien

Die Vorteile von Infrastruktur-Aktien gegenüber Titel andere Branchen liegen auf der Hand: Zum einen bieten Infrastruktur-Papiere in der Regel solide Dividendenrenditen. Angesichts der anhaltenden Niedrigzinsphase ist das sicherlich ein nicht zu unterschätzendes Argument. Hinzu kommt ein integrierter Schutz vor einem moderaten Inflationsschub. So können Betreiber von Flughäfen, Mautstraßen oder Eisenbahnen ihre Kostensteigerungen über höhere Preise an ihre Kunden weitergeben.

Welche Branchen besonders profitieren könnten

Zu den Gewinnern der Infrastrukturmaßnahmen dürften vor allem Transportunternehmen sowie Eisenbahn-, Kommunikationsnetz- und Versorgungskonzerne sowie Bauunternehmen zählen. So könnte der gesamte Baumaterialsektor profitieren, einschließlich der Zementhersteller – zumal die US-Zementindustrie schon jetzt fast am Rande der Kapazitätsauslastung operiert. Unternehmen winken vor diesem Hintergrund Milliardenprojekte.

Als Einzelanlagen bieten sich daher beispielsweise Aktien von HeidelbergCement, Hochtief oder LafargeHolcim an. Wer die Chancen aber auch die Risiken breiter streuen möchte, kann sich auch einen ETF etwa auf den STOXX Europe 600 Construction & Materials anschauen oder den iShares Global Infrastructure UCITS ETF, der zu rund 60 Prozent in US-Unternehmen investiert ist.

Konjunkturelle Impulse für Infrastruktur-Aktien bleiben

Die staatlich beschlossenen Konjunkturpakete sollten in diesem Jahr – und wohl auch darüber hinaus – für Impulse und anhaltenden Schub an den Märkten und damit auch bei Infrastruktur-Aktien sorgen. Gleichzeitig ist nicht damit zu rechnen, dass in den USA oder in Europa die Leitzinsen zeitnah deutlich angehoben werden. Attraktive Alternativen zum Vermögensaufbau mit Aktien sind und bleiben daher rar. Und: Nach Abwägung aller Chancen und Risiken scheinen vor allem Infrastruktur-Aktien eine lohnende Investition zu sein.

 

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