Erstmals seit Dezember 2018 haben die US-Währungshüter an der Zinsschraube gedreht und den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf aktuell 0,25 bis 0,5 Prozent angehoben. Am Markt macht sich teilweise bereits Nervosität breit, werden steigende Zinsen am Aktienmarkt doch nicht allzu gerne gesehen. Tatsächlich erhöhen steigende Zinsen die Finanzierungskosten für Unternehmen und machen Investitionen in die Zukunft teurer. Doch wer nun denkt, es wäre eine gute Idee, dem US-amerikanischen Aktienmarkt den Rücken zu kehren, dürfte diese Entscheidung womöglich bereuen. Auch in diesem aktuell herausfordernden Umfeld bieten Dow Jones oder S&P 500 durchaus Chancen.

Fakt ist: Die Kapitalmärkte – sowohl diesseits als auch jenseits des Atlantiks – sind derzeit mit Entwicklungen konfrontiert, wie sie in der Geschichte nur selten so geballt auftraten. Welch große Unruhe und Unsicherheit herrschen, zeigt sich auch an der deutlich gestiegenen Volatilität der Aktienkurse.

Die Fed hat die Märkte klug auf Zinserhöhung vorbereitet

Und: Die aktuell hohe Inflation trägt nicht gerade zu einer Beruhigung an der Börse bei. Schließlich fiel die Teuerungsrate in den USA zuletzt mit 7,9 Prozent so hoch aus, wie seit 40 Jahren nicht. Kein Wunder, dass die US-amerikanische Notenbank bereits gegengesteuert –Mitte März erhöhte die Fed den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf eine Spanne von 0,25 bis 0,5 Prozent – und zudem weitere Zinsschritte in Aussicht gestellt hat. An und für sich sind steigenden Zinsen am Aktienmarkt nicht gerne gesehen. Da die US-Notenbank ihre Strategie aber schon vor einiger Zeit angekündigt und klug kommuniziert hat, sind negative Folgen ausgeblieben. Hinzu kommt, dass es für die Fed auch an der Zeit war, die geldpolitischen Zügel ein wenig zu straffen – viele Teilmärkte, wie etwa Immobilien sind bereits überhitzt. Höhere Zinsen wirken in diesem Zusammenhang wie eine Art Medizin.

Dow Jones bietet Schutz vor Inflation

Auch Anleger sollten sich aufgrund der hohen Inflation, die, trotz womöglich weiterer Zinsschritte der Fed, auch künftig ein erhöhtes Niveau aufweisen wird, nicht abschrecken lassen. Zum einen zeigt die Geschichte, dass Aktien einen guten Schutz vor Inflation bieten und zum anderen: Besonders viele aussichtsreiche Alternativen zum US-Aktienmarkt existieren derzeit nicht. Fakt ist: Der US-Markt zählt nach wie vor zu den attraktivsten Aktienmärkten, bestückt mit den innovativsten Unternehmen der Welt.

Zwar machen die aktuell hohen Öl- und Gaspreise sowie der kräftige Preisanstieg zahlreicher weiterer Rohstoffe auch den USA zu schaffen, doch im Vergleich zu vielen anderen Staaten verkraften die USA diese Entwicklung recht gut. Mit Energiereserven, einer starken Landwirtschaft und gut aufgestellten Industrie- und Technologie-Unternehmen sind die USA nicht nur autark aufgestellt, sie haben sogar noch Export-Potenzial. Es wäre also keine allzu große Überraschung, wenn die De-Investitionen im Zuge des Kriegs teilweise in die Vereinigten Staaten umgelenkt werden würden.

US-Wirtschaftsmotor läuft weiterhin rund

Die aktuellen Wirtschaftsdaten unterstreichen ebenfalls, dass die Vereinigten Staaten robust aufgestellt sind. Zwar hat die Fed jüngst ihre BIP-Prognose nach unten angepasst, mit einem geschätzten BIP-Zuwachs von 2,8 Prozent für 2022 werden die USA aber dennoch kräftiger wachsen als andere Industriestaaten. Mut macht zudem, dass die Arbeitslosenquote mit 3,8 Prozent nur noch einen Hauch über dem Niveau von vor der Pandemie liegt. Dass der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im Februar von 57,6 auf 58,6 Punkte zulegte, zeigt hingegen, dass auch die Unternehmen recht zuversichtlich gestimmt sind.

Und: Nicht nur, aber auch aufgrund des Angriffskriegs Russland rücken die westlichen Industriestaaten wieder enger zusammen. So haben sich etwa jüngst die Vereinigten Staaten und Großbritannien bei den Stahl- und Aluminiumimporten darauf geeinigt, dass Großbritannien ab dem Sommer wieder bestimmte Mengen an Aluminium und Stahl zollfrei in die USA ausführen darf. Auf der anderen Seite werden britische Zölle auf US-Exporte im Wert von über 500 Millionen Dollar, darunter Konsumgüter und landwirtschaftliche Produkte, aufgehoben. Hinzu kommt: Bundesfinanzminister Christian Lindner forderte jüngst wieder die Aufnahme der Verhandlungen zu einem transatlantischen Freihandelsabkommen.

Dow Jones: robuste Geschäftsmodelle, erfahrene Manager, starke Marktstellungen

Zusammengefasst bleibt festzuhalten, dass es gerade in ökonomisch unsicheren Zeiten richtig und wichtig ist, sich auf etablierte Märkte und bewährte Instrumente zu fokussieren. Der Dow Jones oder S&P 500 sind prädestiniert, um auch in einem inflationären Umfeld attraktive Renditen zu erwirtschaften. Hier finden sich zahlreiche innovative Unternehmen mit einem erfahrenen Management, einem robusten Geschäftsmodell und einer starken Marktstellung, die es auch erlaubt, Preissteigerungen an die Kunden weiterzureichen – und darüber hinaus aktuell auch wieder günstig bewertet sind. Aus Vorsicht Investments hintenanzustellen, erscheint somit gerade angesichts der Preisdynamik wenig Sinn zu machen.

Doch Vorsicht: Gerade in so herausfordernden Zeiten wie derzeit sollten Anleger stets bedenken, dass auch Dow Jones- oder S&P 500-Aktien jederzeit kräftig korrigieren können und der Vermögensaufbau mit Aktien alles andere als ein Selbstläufer ist. Um die aussichtsreichen Unternehmen zu identifizieren, kommt es also gerade jetzt auf jahrzehntelange Kapitalmarkt-Erfahrung, ein umfassendes Finanzmarkt-Wissen und ein professionelles Risikomanagement an.

 

Bitte beachten Sie den Haftungsausschluss.

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