Schutz vor Inflation
22. Februar 2022
Die Inflation ist da! Hohe Preissteigerungen in fast allen Branchen und bei fast allen Produkten verunsichern Konsumenten und Anleger gleichermaßen. Eine Umfrage des ifo-Instituts deckte nun auf, dass auch in den kommenden Monaten viele Unternehmen an der Preisschraube drehen wollen. Und das, obwohl die Teuerung schon heute so hoch ist, wie zuletzt 1992. Gerade in Deutschland wächst bei steigender Teuerung die Nervosität. Welche historischen Gründe das hat und was Anleger dagegen unternehmen können.
Die Deutschen und ihr Inflations-Trauma
Während steigende Preise in anderen Ländern als Indiz für eine prosperierende Wirtschaft gelten und Anleger und Sparer die Zeit als Übertreibungsphase bewerten können, ist die Stimmung in Deutschland eine ganz andere. Ursache sind die Erfahrungen aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg. Vor ziemlich genau 100 Jahren schlitterte Deutschland auch in Folge hoher Reparationszahlungen und einer daniederliegenden Wirtschaft in eine Hyperinflation: Ein Laib Brot kostete damals nicht selten Milliarden – und schon am nächsten Tag schrieb der Bäcker eine weitere „Null“ auf die Preistafel.
Sachgüter und Beteiligungen bieten Schutz vor Inflation
Die Inflation setzte damals vor allem Lohnarbeitern zu. Wer gerade erst seine Lohntüte bekommen hatte, setzte alles daran, den Lohn in die ebenfalls knappen Nahrungsmittel einzutauschen. Lange Schlangen bildeten sich, das Elend wuchs und gilt bis heute als Nährboden für den Aufstieg des Nationalsozialismus in den Jahren darauf. Privilegiert waren dagegen alle, die Sachgüter oder Beteiligungen ihr Eigen nannten: Immobilien behielten ihren Wert und wer womöglich Landwirtschaft oder ein Unternehmen hatte, kam deutlich besser durch die schwierige Zeit.
Was bedeutet die Zwickmühle der EZB?
Von einer derartigen Inflation ist Deutschland, die Eurozone und auch die Welt glücklicherweise noch weit entfernt. Und trotzdem warnen immer mehr Marktbeobachter, die Notenbanken sollten in Form von Zinserhöhungen schleunigst etwas unternehmen. In den USA werden die Zinsen schon in diesem Jahr um mehrere Schritte steigen.
In der Eurozone dürfte die Phase der Zinserhöhungen mit einer Verzögerung zwar auch beginnen, aber weniger drastisch ausfallen. Der Grund liegt in der Vielschichtigkeit der Eurozone: Zwischen Ost und West oder Nord und Süd zeigen sich gewaltige Unterschiede, die sich etwa an Zahlen zum Wirtschaftswachstum, zur Arbeitslosigkeit oder auch zur Staatsverschuldung ablesen lassen. Da die Europäische Zentralbank (EZB) die Interessen aller Länder wahren muss, könnten zu schnelle Zinsanstiege das zarte Wachstum in manchen Ländern abwürgen und zugleich den Schuldendienst der Staaten erschweren.
EZB: Inflation wird weniger stark bekämpft
Diese Zwickmühle der EZB dürfte dazu führen, dass die Zinsen im Euro-Raum weniger schnell, weniger drastisch steigen, als etwa in den USA. Was bedeutet das nun für Anleger? Die Inflation, die etwa in Deutschland schon ein hohes Niveau erreicht hat, wird von den Währungshütern weniger stark bekämpft, als etwa im Dollar-Raum. Das und die Spekulationen darüber, wann es denn mit der Zinswende wirklich losgeht, könnten an den Aktienmärkten für mehr Volatilität und tendenziell auch Unruhe sorgen. Anleger dürfen aber auf gar keinen Fall den Fehler machen, sich deswegen vom Markt zu verabschieden, im Gegenteil, ein Vermögensschutz kann nur über Sachanlagen erfolgen.
Inflation: Aktien bleiben Mittel der Wahl
Wie auch vor 100 Jahren, bieten Sachwerte noch immer den besten Schutz gegen Inflation und schleichende Kaufkraft-Entwertung. Beteiligungen am Aktienmarkt sichern uns Anteile an künftigen Gewinnen der Unternehmen und haben so eine gewisse Form des Inflationsschutzes bereits eingebaut. Um der herausfordernden Marktphase zu trotzen, bleiben Aktien das Mittel der Wahl. Anleger sollten im jetzigen Moment allerdings nicht alles auf eine Karte setzen und vor allen Dingen einen Experten zu Rate ziehen, der sich sowohl mit der globalen Wirtschaft, der Notenbankpolitik als auch dem Thema Inflation gut auskennt, um einen geeignete Anlagestrategie zu entwickeln, die langfristig das private Vermögen mehrt. Inflation ist auch, was man daraus macht!
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Dr. Markus C. Zschaber, Gründer und Geschäftsführer der V.M.Z. Vermögensverwaltungsgesellschaft, gilt als einer der erfahrensten und renommiertesten Vermögensverwalter in Deutschland und begleitet alle Prozesse im Unternehmen aktiv mit.
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