Auf und ab am Aktienmarkt: So handeln Anleger jetzt
2. Februar 2022
Omikron, Inflation, gestörte Lieferketten – die Liste der möglichen Krisenherde ist aktuell länger denn je. Doch wie geht es weiter am Aktienmarkt? Setzt sich die Korrektur fort oder droht gar ein Crash? Sollen Anleger jetzt einsteigen oder unter allen Umständen noch abwarten? Um die Fragen zu beantworten, gibt es zwei Herangehensweisen: Die erste ist die Suche nach universellen Regeln, die an der Börse losgelöst von der aktuellen Situation gelten und Anlegern Orientierung geben. Der zweite Ansatz analysiert die aktuelle Situation und leitet daraus Erfahrungen ab.
Aktienmarkt: Für wen der richtige Zeitpunkt „jetzt“ ist
Beginnen wir mit dem ersten Ansatz. Um dem mitunter hektischen Börsengeschehen universelle Regeln abzutrotzen, müssen wir lange Zeitreihen betrachten. Gleich mehrere Wissenschaftler haben das in den vergangenen Jahren getan. Der Grundtenor ist eindeutig: Je länger wir am Aktienmarkt investiert sind, desto weniger relevant ist der tatsächliche Einstiegszeitpunkt. Selbst ein Einstieg am Verlaufshoch wird am Aktienmarkt nach einigen Jahren aller Voraussicht eine attraktive Rendite einbringen. Die Untersuchungen der Finanzwissenschaftler untermauern also den alten Satz „Time in the market beats timing in the market.“
Übertragen auf die aktuelle Situation bedeutet das: Abhängig von den individuellen Voraussetzungen kann es auch jetzt Sinn machen, in Aktien zu investieren. Wer etwa aktuell nur eine geringe Aktienquote hat oder mit der Vorsorge fürs Alter endlich beginnen will, für den ist jetzt der beste Zeitpunkt. Das gilt vor allem vor dem Hintergrund, dass viele Einzelwerte und auch Indizes noch immer unter ihren Höchstkursen notieren – ein gewisser Risikopuffer ist am Aktienmarkt also bereits eingebaut.
Anleger sollten am Aktienmarkt nicht alles auf eine Karte setzen
Das heißt allerdings nicht, dass Investoren am Aktienmarkt jetzt alles auf eine Karte setzen sollten. Vor allem wer größere Beträge anlegen will, sollte seine Vermögen über mehrere Monate verteilen und in Tranchen investieren. Auch Sparpläne machen für den langfristigen Vermögensaufbau mit Aktien durchaus Sinn.
Sieht so Krise aus?
Nachdem die Bedeutung von Markttiming für langfristige Geldanlagen durch mehrere Studien widerlegt ist, können Privatanleger eigentlich schon einmal mit der Analyse der für sie in Frage kommenden Wertpapiere beginnen oder – da häufig die Zeit und das notwendige Wissen dafür fehlen – einen Termin mit dem Vermögensverwalter ihres Vertrauens machen. Wer dennoch weiterhin skeptisch ist, führt sich die aktuelle Situation vor Augen. Seit Monaten macht am Markt das Inflationsgespenst die Runde. Tatsächlich wird vor allem Energie immer teurer. Ein Teil der Inflation ist allerdings den gestörten Lieferketten im Zuge der Pandemie geschuldet. Da immer mehr Wissenschaftler die Pandemie zumindest im letzten Drittel sehen, sollte der Einfluss der Seuche auf die Wirtschaft auch weiter schwinden. Das entlastet die Lieferketten und bringt Normalität. Auch der Ölpreis und das Eskalationspotenzial in Osteuropa dürften nicht mehr so viel Luft nach oben haben.
Hinzu kommen überzeugende Zahlen aus den USA: Die Wirtschaft wuchs im vierten Quartal mit 6,9 Prozent stärker als von Experten erwartet. Zugleich fiel die Arbeitslosenquote auf 3,9 Prozent. Zwar ist die Berichtssaison noch immer im Gange, doch hatten Ende Januar 79 Prozent der Unternehmen die Erwartungen an ihre Zahlen übertroffen. Sieht so Krise aus?
Aktienmarkt bietet weiterhin Chancen
Sowohl universelle Erkenntnisse aus der Finanzwissenschaft als auch die Analyse der aktuellen Situation sprechen für Investments am Aktienmarkt. Anleger sollten natürlich nicht alles auf eine Karte setzen und sowohl über mehrere Märkte als auch im zeitlichen Verlauf diversifizieren. Dazu einen Vermögensverwalter wählen, der mitunter schon viele Jahre Erfahrungen am Aktienmarkt vorweisen kann, denn Zinserhöhungen sind keine Neuigkeiten, wenn man auf den Verlauf der vergangenen 20 Jahre schaut.
Ein gutes Risikomanagement und die Auswahl an Qualitätsaktien gehört ebenso dazu, wie der aktive Managementansatz des Verwalters, dann ist man gut aufgehoben. Es bleibt zwar auch weiter möglich, dass Hiobsbotschaften die Märkte in den kommenden Monaten für sich in Beschlag nehmen, mittelfristig stehen die Chancen aber gut, denn die wirtschaftlichen und globalen Wachstumsdaten lassen sich sehr gut lesen. Investments am Aktienmarkt bleiben das Maß der Dinge!
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Dr. Markus C. Zschaber, Gründer und Geschäftsführer der V.M.Z. Vermögensverwaltungsgesellschaft, gilt als einer der erfahrensten und renommiertesten Vermögensverwalter in Deutschland und begleitet alle Prozesse im Unternehmen aktiv mit.
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