Reederei-Aktien: Worauf es jetzt ankommt
17. Januar 2024
Nach der Pandemie liefen die Lieferketten zunächst wieder rund – Angriffe von Huthi-Rebellen im Roten Meer haben die Frachtraten jetzt noch einmal ansteigen lassen und auch Reederei-Aktien neue Aufmerksamkeit beschert. Allein, weil Frachter und andere Schiffe jetzt einen Umweg über Südafrika in Kauf nehmen müssen, was länger dauert, sinkt das Angebot an Fracht-Kapazitäten.
Doch die Angriffe im Roten Meer sind längst nicht das einzige Problem: Ganz grundsätzlich sind Frachtkapazitäten Mangelware. So berichtete etwa das Handelsblatt jüngst darüber, dass China Frachter fehlen, um E-Autos exportieren zu können.
Schiffsfracht wird schon seit Jahren teurer
Dass die Preise für Frachtschiffe anziehen, ist keineswegs eine neue Entwicklung. Noch während der 2010er Jahre kostete ein Autofrachter mit 6.500 Stellplätzen rund 20.000 US-Dollar am Tag. Schon im September 2023 sprangen diese Kosten auf über 100.000 Euro. Und: Seitdem hat sich der Kostendruck zumindest im internationalen Frachtwesen nicht wesentlich entspannt. Vielmehr sorgen die geopolitischen Spannungen und die Eskalation im Roten Meer für weiter steigende Frachtraten. Doch wie können Anleger an dieser Entwicklung partizipieren?
Um Reedereien bewerten zu können, müssen wir uns zunächst einmal ansehen, welche Arten von Schiffen die jeweiligen Unternehmen im Bestand haben. Nicht immer sind die verschiedenen Modelle auch wirklich gefragt. In Zeiten einer schleppenden Wirtschaftsentwicklung kann ein gigantischer Tanker beispielsweise unprofitabel sein, während ein riesiger Autofrachter heute seine Kapazitäten locker ausfüllen kann.
Attraktive Renditechancen für Reederei-Aktien: Autofrachter und Containerschiffe gefragt
Allein zwischen 2020 und 2023 vervierfachte sich die Zahl aus China exportierter Autos. Hintergrund ist der zunehmende Preiskampf chinesischer Hersteller. Zwar bleiben Kampfpreise im unteren Segment aus, doch attackieren BYD und Co. zunehmend die deutsche Premiumklasse. Bei SUVs der gehobenen Mittelklasse und Elektromotor sind die Preisunterschiede bereits deutlich – um rund 40 Prozent unterschreiten manche Händler-Angebote in Deutschland die Listenpreise vergleichbarer Fahrzeuge der deutschen Premiumklasse. Und dies, obwohl gemessen an der Ausstattung chinesische Autos schon längst mit der Konkurrenz mithalten können – vor allem die Zahl der Assistenten und Sensoren ist üppig. Die Nachfrage nach chinesischen Autos dürfte perspektivisch also noch steigen – und damit einhergehend auch die Aktien von Unternehmen, die große Autoliner im Angebot haben, attraktive Renditechancen bieten.
Zuletzt stiegen in erster Linie Aktien von Reedereien, die wie MPC Container Ships, Moeller Maersk oder Hapag-Lloyd verstärkt auf den Container-Frachtverkehr setzen. Auch diese Sparte dürfte auf lange Sicht aussichtsreich bleiben. Zumal China erst kürzlich mit einem ordentlichen Wirtschaftswachstum für Aufsehen sorgte. Hinzu kommt, dass die Wirtschaft in den USA robust bleibt und auch in Europa Licht am Ende des Tunnels sichtbar wird. Zwar steckt Deutschland in einer technischen Rezession, doch sieht es in anderen Ländern Europas besser aus. Auch bleibt der Arbeitsmarkt stabil, was den Konsum und damit auch den Welthandel anschieben könnte.
Reederei-Aktien: Investieren mit Maß und Mitte
Wie immer gilt es auch bei Aktien von Reedereien, die Details genauestens zu beachten. Dazu gehört ein Überblick über die Flotte, aber auch bestehende Geschäftsbeziehungen und fundamentale Eckdaten. Nur wenn Anleger bei Reederei-Aktien auf Qualität setzen, können sie Chancen wahrnehmen, ohne zu große Risiken einzugehen. Gerade wenn eine Branche plötzlich in den Fokus der Öffentlichkeit rückt, müssen Anleger bei Investment-Entscheidungen ganz genau hinschauen und mit Bedacht agieren.
Das mag nun für den einen oder anderen Anleger aber einfacher klingen, als es tatsächlich umzusetzen ist. Das Konkurrenzumfeld zu analysieren und zu bewerten ist in diesem Sektor sicherlich weitaus anspruchsvoller als in vielen anderen Sektoren – um nur ein Beispiel zu nennen. Sollten Sie dennoch Interesse an den mittel- und langfristig attraktiven Renditechancen einzelner Reederei-Aktien haben, stehen wir Ihnen jederzeit gerne für ein tiefergehendes Gespräch zur Verfügung. Unter Kontakt haben Sie verschiedene Möglichkeiten, um mit uns in Verbindungen zu treten.
Bitte beachten Sie den Haftungsausschluss.
V.M.Z. Newsletter
Unser Newsletter informiert Sie stets über die Entwicklungen an den Kapitalmärkten.

Dr. Markus C. Zschaber, Gründer und Geschäftsführer der V.M.Z. Vermögensverwaltungsgesellschaft, gilt als einer der erfahrensten und renommiertesten Vermögensverwalter in Deutschland und begleitet alle Prozesse im Unternehmen aktiv mit.
Analysen & Kommentare
Strommix der Zukunft
Trotz Gegenwind aus Washington, auch in den USA steigt der Anteil der Erneuerbaren bei der Stromproduktion. Doch im „Hintergrund“ lauert schon eine neue Technologie, die Kernfusion. Wie Anleger an dieser Entwicklung partizipieren können.
Ohne Kupfer keine Energiewende
Kupfer ist heiß begehrt. Vor allem als elektrischer Leiter ist Kupfer das Industriemetall, um die Energiewende voranzutreiben. Doch das Kupferangebot ist recht überschaubar. Nicht nur für Anleger ein interessantes Umfeld.
Silber: Langfristig lukrativ
Weil Silber extrem gut leitet, wird es aus der Elektronik- und Rüstungsindustrie stark nachgefragt – und zwar so sehr, dass der Bedarf das Angebot übersteigt. Eine Konstellation, die auch für Anleger Chancen bietet.
Volatilität – bewahren Sie Ruhe und schauen Sie auf die Chancen
Rauf, runter, rauf – Phasen hoher Volatilität treten an der Börse immer wieder auf. Das stellt viele Investoren vor große Herausforderungen und sorgt bei dem einen oder anderen Anleger für unruhige Nächte. Grund zur Panik besteht nun aber nicht.
Keine Angst vor Inflation
Die Inflation hat zuletzt diesseits und jenseits des Atlantiks ein wenig an Fahrt aufgenommen. Anleger müssen nun aber nicht in Panik verfallen, mit Aktien können sie der Inflation ein Schnippchen schlagen. Schließlich schützen die richtigen Aktien als Sachwerte vor der Geldentwertung.