Pharmabranche – tiefgreifender Wandel schafft Chancen
4. September 2025
In der Europäischen Union soll die Pharmabranche mit einem Reformpaket fit für die Zukunft werden. Gelingt das Vorhaben, hätten ausgewählte Pharma-Aktien an der Börse wohl noch Luft nach oben.
Alles soll schneller, flexibler und fitter werden. So könnte man das Vorhaben der Europäischen Kommission in Bezug auf die Pharmaindustrie skizzieren. Das ist nicht neu, auch in anderen Industriebereichen wagt man diesen Schritt – etwa in der Rüstungsbranche. Doch gerade in der Pharmabranche scheint das ein gewaltiges Vorhaben zu sein.
Pharmabranche steht umfassende Reform bevor
Zur Erinnerung: Die Europäische Kommission hat vor einigen Monaten eine Art Strategiepapier für die Zukunft der europäischen Pharmaindustrie vorgelegt, das nun auch im Europäischen Parlament verhandelt wird. Das „Pharma-Paket“, wie es häufig bezeichnet wird, wäre die tiefgreifendste Reform des europäischen Arzneimittelrechts seit 2004. Die drei Kernstücke des Reformvorhabens sind:
- Eine bessere Versorgung der Einwohner der EU mit Medikamenten, in dem sichergestellt werden soll, dass in allen EU-Ländern alle zugelassenen Medikamente auch tatsächlich und zeitgleich verfügbar sind.
- Eine schnelle und einfachere Entwicklung und Zulassung von Generika und Biosimilars, also von sogenannten Nachahmerpräparaten, die in der Regel billiger als die Originalarzneien sind.
- Der Abbau regulatorischer Beschränkungen und eine schnelleres Zulassungsverfahren bei der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA, die für die Genehmigung der Produkte verantwortlich ist.
Pharmabranche – Wachstumstreiber Biotechnologie und Künstliche Intelligenz
Hört sich im ersten Moment alles sehr logisch und sinnvoll an, ist es auch, hätte aber dennoch einige erhebliche Folgen für die Pharmakonzerne – und womöglich auch für die einen oder anderen Aktien der Pharmakonzerne. Denn die konnten bislang recht freizügig entscheiden, wann und wo welches Präparat und zu welchen Konditionen zugänglich ist. Zudem waren ihre Entwicklungen längere Zeit vor „Billig-Konkurrenz“ geschützt, also vor Nachahmer Präparaten. Das können sie auch noch in Zukunft, doch dafür muss ein Pharmaunternehmen gewisse Gegenleistungen erbringen – etwa dafür sorgen, dass seine Medikamente überall in der Europäischen Union zu kaufen sind. Die Freiheit der Pharmabranche, so Kritiker, wird politischen Zielen untergeordnet. Quatsch, sagen die Befürworter, es soll nur dafür gesorgt werden, dass alle Menschen in Europa gleichgut mit Medikamenten bedient werden können.
Wie auch immer, der Hintergrund des Pharma-Pakets ist durchaus eine reale Bedrohung für die heimische Arzneimittelindustrie. Diese war lange Zeit weltweit federführend bei der Entwicklung neuer Präparate, hat ihre Position mittlerweile aber an die USA verloren. Und: mit China steht ein neuer Forschungsgigant bereit. Auch wenn sich die pharmazeutischen Forschungs- und Entwicklungsausgaben im Vergleich zu Europa dort noch in Grenzen halten, Asien holt auf und könnte schon in einigen Jahren Europa übertrumpfen.
Europa muss sich sputen
Das Pharma-Paket stellt dabei nur einen Baustein dar, um der Bedrohung zu begegnen. Ebenso wichtig ist die Unterstützung der Biotechnologie. Die hat in den zurückliegenden Jahrzehnten Riesensprünge nach vorne gemacht und stellt heute einen wichtigen Treiber in der medinischen Forschung und in der gesamten Health-Care-Branche dar. Dazu kommt noch die Künstliche Intelligenz, die die Forschung revolutioniert, weil sie in der Lage ist, aus einem gigantischen Pool an Daten die richtigen herauszufiltern. Was früher mühsam in empirischen Studien über Jahre erarbeitet und belegt werden musste, kann heute in Windeseile abgearbeitet werden. Forscher erhoffen sich dadurch eine erhebliche Verkürzung der Entwicklungszeit – derzeit vergehen von der ersten „Idee“ bis zum fertigen Medikament im Schnitt noch 13 Jahre.
Doch gerade in diesen Bereichen, der Biotechnologie und der KI, sind die USA federführend und China auf der Beschleunigungsspur, was die Zukunft der europäischen Pharmaindustrie erheblich belasten könnte.
Pharmabranche – Aktien in Wartestellung
Eine Belastung ist derzeit auch die Beziehung zu den USA. US-Präsident Donald Trump plant dort ebenfalls eine Reform, die zu einer erheblichen Senkung der Medikamentenpreise führen soll. Einem aktuellen Bericht des US-Thinktanks RAND zufolge sind die Arzneimittelpreise in den USA durchschnittlich fast dreimal so hoch wie in anderen Ländern der OECD. Durch die höheren Kosten finanzieren die USA quasi die Entwicklungskosten, die anteilsmäßig von anderen „ärmeren“ Ländern gezahlt werden müssten, mit. Deswegen Trumps unverhohlene Forderung: „Europa wird ein bisschen mehr zahlen und Amerika etwas weniger“.
Auch dadurch kommt die Pharmaindustrie in Europa unter Zugzwang. Eine Neugestaltung der Preispolitik würde unweigerlich zu Konflikten mit den hier ansässigen Krankenkassen führen. Wie eine Lösung aussehen soll, mit der am Ende alle leben können, ist derzeit schwer vorstellbar.
Ausgesuchte Pharma-Aktien in Lauerstellung
Verständlich, dass man nun in Europa alles versucht, die Pharmabranche schneller, flexibler und fitter für die Zukunft zu machen. Am Aktienmarkt gibt es aber einige Pharma-Perlen, die in den zurückliegenden Monaten eher nach unten tendierten, daher günstig bewertet sind und sich im weltweiten Umfeld und gerade mit den europäischen neuen Herausforderungen, sehr gut positionieren. Welche Pharmaunternehmen an der Börse dabei zu den Favoriten gehören könnten, darüber können wir gerne mit Ihnen sprechen: Kontakt.
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Dr. Markus C. Zschaber, Gründer und Geschäftsführer der V.M.Z. Vermögensverwaltungsgesellschaft, gilt als einer der erfahrensten und renommiertesten Vermögensverwalter in Deutschland und begleitet alle Prozesse im Unternehmen aktiv mit.
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