Die Mobilitätswende ist in vollem Gange – und sorgt für handfeste Überraschungen. Erst kürzlich berichtete das Handelsblatt über den neuen LKW eActros 600. Der Lastwagen von Daimler Truck wird mit einer Batterie ausgestattet und soll auf Langstrecken wirtschaftlicher sein, als Diesel-Modelle. Allein diese Aussage gleicht einer Revolution – schließlich galten Wasserstoff-LKW lange als das Maß der Dinge, wenn es um nachhaltige Antriebe für schwere Nutzfahrzeuge geht.
Der Markt rund um die Mobilitätswende ist in Bewegung
Der eActros 600 soll mit seiner Lithium-Eisenphosphat-Batterie, die vom chinesischen Batterie-Giganten CATL geliefert wird, rund zehn Jahre oder 1,2 Millionen Kilometer durchhalten und so nach Betriebs- und Wartungskosten letztlich die Nase vorn haben. Ab 2024 soll der E-LKW serienreif sein. Das Beispiel von Daimler Truck zeigt, wie sehr der Markt für Fahrzeuge in Bewegung ist.
Zwar spricht vieles dafür, dass sich auch im Bereich der PKW letztlich die Batterie als Energiequelle durchsetzt, doch gibt es auch hier spannende Wasserstoff-Lösungen. Selbst E-Fuels sind noch nicht gänzlich abgeschrieben, wenngleich deren Einsatz wohl eher in Nischen zu erwarten ist.
Autonomes Fahren: Mercedes punktet ausgerechnet in Kalifornien
Nicht nur bei den verschiedenen Antriebstechnologien ist die Lage wenig übersichtlich. Auch beim autonomen Fahren bleibt offen, wohin die Reise letztendlich gehen wird. Noch vor einigen Jahren sprach jeder in der Autobranche von autonom fahrenden Flotten. Heute ist das Thema ein wenig aus dem Fokus geraten. Wohl auch deshalb ist die Meldung, wonach Mercedes-Benz in Kalifornien eine umfassende Zulassung im Bereich des autonomen Fahrens erhalten hat, weitgehend untergegangen. Wer an der US-Westküste neue Modelle von Mercedes-Benz fährt, darf künftig die Augen von der Straße nehmen – für Tesla gilt diese Freigabe bislang noch nicht. Dabei galt Tesla über Jahre als der Software-Pionier unter den Autobauern.
Zwar schenkt die neue Freigabe für „hochautomatisiertes Fahren auf Level 3“ Fahrerinnen und Fahrern nur rund acht Sekunden – innerhalb dieser Zeit müssen sie immer in der Lage sein, einzugreifen, doch gilt die neue Freigabe als Meilenstein. Aber was bedeuten die Entwicklungen bei Antriebstechnik und dem autonomen Fahren für Anleger? Wenn Daimler Truck plötzlich bei einem E-LKW große Marktchancen sieht und Mercedes-Benz den vermeintlichen Platzhirsch Tesla in dessen Heimat vom Thron stößt, dann mag das für Aktionäre der schwäbischen Unternehmen eine gute Nachricht sein. Für alle Anleger, die Zukunftstrends jedoch langfristig begleiten wollen, erhöht das die Komplexität.
Chancen auch entlang der Wertschöpfungskette
Die Entwicklung zeigt, dass die Mobilitätswende keinesfalls klar zu prognostizieren ist. Es macht auch weiterhin Sinn, statt auf einzelne Unternehmen auf eine ganze Auswahl vielversprechender Titel zu setzen. Die Vielzahl an konkurrierenden Technologien, die sich allesamt weiterentwickeln, sorgt dafür, dass auch Anleger ergebnisoffen denken müssen.
Diversifikation zahlt sich mehr denn je aus. Auch Investments entlang der Wertschöpfungsketten können durchaus Sinn machen. Während Autohersteller um die Gunst der Kunden buhlen, können sich etwa Hersteller von leistungsstarken Batterien, wie etwa CATL, entspannt zurücklehnen. Auch die Versorgung mit Rohstoffen rund um die Mobilitäts- und Klimawende wird zunehmend zu einem Thema. Da dabei geopolitische Spannungen, Autarkiebestrebungen und die Frage der Nachhaltigkeit zu berücksichtigen sind, engt sich das Anlage-Universum rund um Zukunftsrohstoffe ein. Auch das kann für findige Anleger mit einem langen Atem eine Chance sein.
Mobilitätswende: Ohne professionelle Hilfe wird es schwierig für Anleger
Angesichts der vielen parallelen Entwicklungen in der Autoindustrie, sollten Anleger attraktive Investments breit streuen und bei neuen Anlagen unbedingt auch die Bewertungen im Hinterkopf haben. Aber: Für Privatanleger ist der Vermögensaufbau mit Aktien ohnehin schon in der Regel kaum in Eigenregie umzusetzen, fehlt doch zumeist nicht nur das notwendige Wissen, sondern auch die Zeit und die Mittel beispielsweise für ein professionelles Risikomanagement. Und: Angesichts der schwer vorhersehbaren und komplexen Entwicklungen rund um die Mobilitätswende ist es für private Anleger noch schwieriger, in diesem Bereich die attraktivsten Investments zu identifizieren. Wer auf mittlere und lange Sicht Renditechancen in der Mobilitätswende sieht, sollte daher etwa auf eine professionelle Vermögensverwaltung vertrauen.
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Über den Autor:
Dr. Markus C. Zschaber, Gründer und Geschäftsführer der V.M.Z. Vermögensverwaltungsgesellschaft, gilt als einer der erfahrensten und renommiertesten Vermögensverwalter in Deutschland und begleitet alle Prozesse im Unternehmen aktiv mit.
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