Grün, groß, und wegweisend: E-LKW als Zukunftstrend
30. November 2022
Egal ob von Tesla, Volkswagen, Mercedes oder anderen deutschen Premium Marken: E-Autos haben sich inzwischen zu einem Verkaufsschlager entwickelt. Doch auch Nutzfahrzeuge stehen vor einer Elektrifizierungswelle – und zwar aus guten Gründen. Wie das Bundesministerium für Digitales und Verkehr im Sommer meldete, sind Nutzfahrzeuge aktuell für etwa ein Drittel der Treibhausgasemissionen im Verkehrssektor verantwortlich. Da Emissionen teuer werden und Nachhaltigkeit nicht zuletzt auch Vorteile für Unternehmen am Kapitalmarkt bedeutet, müssen Unternehmen umdenken – E-LKW stehen in den Startlöchern.
Dabei gibt es verschiedene Ansätze: Neben Fahrzeugen mit Batterien und E-Motor sind auch LKW mit Brennstoffzellen und Wasserstofftank in Planung. Schon heute sind etwa von Daimler Trucks Testfahrzeuge mit beiden Technologien auf der Straße. Ab 2025 wollen die Schwaben erste E-LKW ausliefern. Vor allem Wasserstoff-LKW gelten als Hoffnungsträger. Daimler Trucks beispielsweise hat sich auf die Fahnen geschrieben, recht zeitnah Fahrzeuge mit einer Reichweite von mehr als 1.000 Kilometern auf die Straße bringen. Weitere Unternehmen, die rund um E-LKW Fahrt aufnehmen sind etwa MAN, Volvo und Iveco.
E-LKW: Neu bauen – oder umrüsten
Doch nicht nur die großen und alteingesessenen Automobilhersteller wollen künftig mehr und mehr den Trend hin zum E-LKW vorantreiben, auch junge Unternehmen schicken sich an, von der Entwicklung zur Elektrifizierung im Straßenverkehr zu profitieren – und großen Anbietern Marktanteile streitig zu machen. Das Hamburger Unternehmen Clean Logistics fokussiert sich etwa darauf, bestehende LKW auf Wasserstoff umzurüsten. Nach üppigen Fördergeldern, die von Seiten der Bundesregierung fließen, sollen sich die Maßnahmen lohnen. LKW-Fahrer sollen dabei nicht auf das bestehende Interieur verzichten müssen. Unter der Haube kommt dagegen neueste Brennstoffzellen-Technik zum Einsatz, die das Unternehmen stetig optimieren will.
Auch kleine Nutzfahrzeuge werden elektrisch
Neben dem Geschäft mit schweren Lastwagen bietet es sich auch an, kleinere Nutzfahrzeuge umzurüsten. Hier könnten klassische E-Autos mit Batterien Vorteile haben, doch auch bei Lieferwägen gibt es Projekte rund um Wasserstoff. Gerade große Logistik-Flotten, wie etwa von Amazon, DHL oder anderen Paketdienstleistern, sind heute oftmals noch fossil unterwegs – vor allem in ländlichen Regionen. Alternative Antriebe könnten hier aber nicht nur Emissionen senken, sondern mittelfristig sogar die Kostenstruktur optimieren.
Auch wenn die Ölpreise zuletzt wieder ein wenig nachgegeben haben, dürfte allein die CO2-Abgabe dafür sorgen, dass sich alternative Antriebe immer mehr rechnen. Hinzu kommt, dass Unternehmen, die etwa mit E-LKW unterwegs sind, CO2-Zertifikate generieren können. Diese lassen sich entweder nutzen oder aber gewinnbringend verkaufen.
Dass die Elektrifizierung der Logistik ein Trend ist, der gekommen ist, um zu bleiben, glauben auch die Marktforscher von Strategy&, einer an PwC angeschlossene Strategieberatung. In der Untersuchung „The dawn of electrified trucking: Routes to decarbonising commercial vehicles” gehen die Experten davon aus, dass bereits im Jahr 2030 rund jeder dritte neu zugelassene LKW in Europa, den USA oder China elektrisch angetrieben sein wird. Und bis 2035 soll der Marktanteil bereits bei 70 Prozent liegen.
Für Unternehmen, die neue LKW herstellen, aber auch für Umrüster, entsteht also ein großer Markt. Und: Damit einhergehend bieten sich auch für Anleger auf lange Sicht attraktive Renditechancen. Doch wie sollen interessierte Investoren in den Trend anlegen? Bei neuer Technologie steckt der Teufel oftmals im Detail. Kleine Entscheidungen von Ingenieuren heute können schon morgen eine gewisse Pfadabhängigkeit mit sich bringen, die ein Produkt weniger konkurrenzfähig macht.
E-LKW: Zehn Jahre Wachstum
Zum einen haben langfristig orientierte Anleger die Option, schon heute am Aktienmarkt breit gestreut in die führenden Anbieter zu investieren. Alternative können sie aber auch auf fachliche und jahrelange Expertise setzen und Vermögensmanagern, die tief in die Themen Batterietechnologie und Brennstoffzellen eingetaucht sind, vertrauen – und so deutlich gezielter in den Zukunftstrend E-LKW investieren, inklusive eines professionellen Risikomanagements. Die Dekarbonisierung der Logistik-Branche wird auf Sicht von acht bis zehn Jahren aller Voraussicht ein robustes Wachstum versprechen. Anleger mit langfristigem Horizont können diese Entwicklung begleiten.
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Dr. Markus C. Zschaber, Gründer und Geschäftsführer der V.M.Z. Vermögensverwaltungsgesellschaft, gilt als einer der erfahrensten und renommiertesten Vermögensverwalter in Deutschland und begleitet alle Prozesse im Unternehmen aktiv mit.
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