China – gerade jetzt ein Blick wert
26. Januar 2022
Die Märkte fahren in diesen Tagen Achterbahn. Maßgeblich sorgen die anhaltende Corona-Pandemie, die geopolitischen Spannungen in Osteuropa und vor allem die Notenbanken mit ihren Zinsplänen für Verunsicherung. Grund genug, sich Märkte anzusehen, bei denen die Notenbanken eine andere Richtung einschlagen. Einer dieser Märkte ist China. Bereits vor mehr als einer Woche hatte die Notenbank dort einige Refinanzierungszinssätze für Geschäftsbanken gesenkt und den Markt damit positiv überrascht. Anleger werden nun vermutlich denken, dass Chinas Märkte doch auf dem absteigenden Ast sind und der Anfang allen Übels ohnehin in China liegt. Doch diese Marktsicht ist nicht korrekt.
Richtig ist, dass Chinas Immobilienmarkt überhitzt ist und der Staat bei einigen Technologie-Konzernen zeigen wollte, wer letztlich das Sagen hat. Die erste Maßnahme in diese Richtung erfolgte bereits Ende 2020, als Peking dem Technologie- und Handelsgiganten Alibaba den Börsengang der Fintech-Tochter untersagte und gipfelte in Vorgaben zum Videospielkonsum für Chinesen im letzten Sommer. Da parallel dazu auch der Immobilienkonzern China Evergrande in die Bredouille kam, zogen vor allem ausländische Investoren Kapital ab.
Wachstum in China überzeugt weiterhin
Doch wie wird sich die Chinas Wirtschaft denn nun wirklich entwickeln? Die Zeichen stehen gut, dass China auch in den kommenden Jahren ein Wachstum von mehr als 5 Prozent aufweisen wird. Derartige Steigerungen mögen vor dem Hintergrund historischer Daten aus dem Reich der Mitte gering wirken, doch müssen Anleger bedenken, dass das Land inzwischen weit von seinem ehemaligen Status als Werkbank der Welt entfernt ist.
China ist heute weitaus mehr, wie etwa Service-Nation und Technologieführer. Ein Wachstum von mehr als 5 Prozent könnte risikoorientierten Anlegern möglicherweise eine attraktive Renditechance bieten – vor allem vor dem Hintergrund der zuletzt gefallenen Kurse. Blickt man beispielsweise auf den China-Index CSI 300 aus langfristiger Perspektive, so ist das Börsenbarometer nach einem lupenreinen Aufwärtstrend nach dem neuen Hoch im Februar 2021 in eine leicht fallende Seitwärtsbewegung übergegangen. Langfristig ist das alles andere als gefährlich, vielmehr könnte sich das aktuelle Niveau als solide Unterstützungszone erweisen. Doch Vorsicht, ein Arrangement am chinesischen Aktienmarkt darf nur eine Beimischung in einer Portfoliostrategie sein. Aus unserer Sicht sind die Wirtschaft und das Wachstum sehr wichtig, denn dieses bedeutet Nachfrage und dies beeinflusst alle anderen Wirtschaftsräume positiv.
In China verläuft auch weiter alles nach Plan
Hinzu kommen, und das ist für langfristig denkende Investoren noch viel wichtiger, fundamentale Gründe, die für Investments in Chinas Aktienmarkt sprechen. Die erwarteten hohen Wachstumsraten von mehr als 5 Prozent in den kommenden Jahren sind bereits genannt worden. Weitere Gründe sind der aufstrebende Mittelstand Chinas und der damit tendenziell robust unterstützte Binnenkonsum des Landes. In China wird die wirtschaftliche Entwicklung mittels Fünf-Jahres-Plänen gesteuert. Wenn nun der Binnenkonsum der Industrie ein wenig den Rang abläuft, heißt es in der Parteizentrale in Peking „Auftrag erfüllt“ – schließlich galt es schon vor Jahren, Chinas Volkswirtschaft weniger abhängig vom Ausland zu machen.
Dritte Amtszeit Xi Jinpings steht bevor
In diese wachsende Autarkie könnten risikoorientierte Anleger möglicherweise nach den Kursrückgängen der vergangenen Monate investieren, mit Blick auf die kommenden 5 Jahre. Der Umstand, dass die Märkte in den USA und in Europa aktuell ein wenig Luft ablassen, spricht möglicherweise dafür, sich den einen oder anderen Wert in China ein wenig näher anzuschauen oder den asiatischen Wachstumsraum mit einer Fondslösung einzubinden. Da die kommunistische Partei bei Chinas Erfolg seit Jahren erfolgreich die Strippen zieht, sollten sich Marktteilnehmer schon heute den November 2022 vormerken. Dann beginnt wohl die dritte Amtszeit des Staatschefs Xi Jinping. Gut möglich, dass das Drehbuch aus Peking spätestens zu diesem Termin ökonomischen Rückenwind für die ambitionierte zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt vorgesehen hat. Die Chancen in China stehen somit gut. Generell ist natürlich interessant, wie man Vermögen mit Aktien aufbaut, siehe dazu auch Vermögensaufbau mit Aktien.
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Dr. Markus C. Zschaber, Gründer und Geschäftsführer der V.M.Z. Vermögensverwaltungsgesellschaft, gilt als einer der erfahrensten und renommiertesten Vermögensverwalter in Deutschland und begleitet alle Prozesse im Unternehmen aktiv mit.
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