In wirtschaftlich turbulenten Zeiten suchen Anleger häufig Zuflucht in Silber oder Gold. Rohstoffe versprachen und versprechen ein gewisses Maß an Sicherheit während konjunkturell unruhiger Phasen. Aus gutem Grund hat Silber 2020 daher eine fulminante Entwicklung mit einer deutlichen Wertsteigerung erlebt. Auch in diesem Jahr deutet vieles auf eine Fortsetzung des positiven Trends hin. Für risikobewusste Anleger könnte sich daher ein Blick auf das volatile Edelmetall lohnen.

Außergewöhnliches Jahr 2020 für Silber

Für Silber war 2020 ein außergewöhnliches Jahr: Der sinkenden Nachfrage seitens der Industrie stand das große Interesse der Anleger gegenüber. Nach Angaben des Silver Institutes sanken in Folge der Beschränkungen durch die Corona-Pandemie einerseits die Förderung von Silber in den Minen Mexikos, Perus oder auch Chinas weltweit um sechs Prozent. Auf der anderen Seite schrumpfte die industrielle Nachfrage um fünf Prozent, des Schmucksektors um 26 Prozent und die Nachfrage im Bereich Silbergeschirr ging sogar um 48 Prozent zurück.

Dennoch verteuerte sich Silber zwischen Januar und Ende Dezember 2020 um knapp 47 Prozent auf etwas mehr als 26 US-Dollar je Feinunze (31,108 Gramm). Auf diesem Niveau hat sich das Edelmetall derzeit eingependelt. Einige Gründe für den kräftigen Anstieg: Die Nachfrage der Anleger aufgrund steigender Staatsschulden, der lockeren Geldpolitik der Notenbanken und der wachsenden Inflationssorgen ließen den Absatz von Münzen und Barren um acht Prozent auf 200 Millionen Unzen steigen. Die Nachfrage nach Silber-ETPs (Exchange Traded Products) sprang 2020 gegenüber 2019 von 83 auf den Rekordwert von 331 Millionen Unzen.

Impulse für Nachfrage nach Silber

Eine Fortsetzung des aktuellen Trends beim Silberpreis scheint angesichts mehrerer wichtiger Faktoren gegeben. Das führende Beratungs- und Analyseunternehmen Metal Focus erwartet, dass der Silberbedarf in diesem Jahr mit 1,03 Milliarden Unzen (2020: 896 Millionen Unzen) ein Sechsjahreshoch erreichen könnte. Angefacht werden könnte die Nachfrage – ähnlich wie bei Kupfer oder Nickel – vor allem durch den steigenden Bedarf in der Industrie, insbesondere in der Elektro- und Elektronikbranche, dem Photovoltaiksektor, in der Kommunikation und Autobranche sowie im Schmuck- und Silbergeschirrbereich. Mit Blick auf die Photovoltaik, die 5G-Technologie und die E-Mobilität können Anlagen in Silber eine interessante Möglichkeit sein, in Innovationen und erneuerbare Energien zu investieren. Sollte auch das Interesse der Anleger nach Silbermünzen und -barren hoch bleiben, könnte der Silberpreis durchaus noch ein wenig an Glanz gewinnen.

Silber ist eine hochspekulative Anlage

Ende 2019 lag der Preis für die Feinunze Silber bei 17,86 US-Dollar, ein Jahr später betrug der Preis 26,46 Dollar je Feinunze. Zwar stieg der Silberpreis Anfang Februar dieses Jahres spekulationsgetrieben auf ein Achtjahres-Rekordhoch von 29 USD je Münze, doch aktuell verharrt der Preis für die Feinunze in einer Seitwärtsbewegung auf dem Niveau des Jahresbeginns. Schätzungen sehen für den Jahresverlauf einen Preis zwischen 27 und 31 Dollar pro Unze – eine Prognose ohne Gewähr. Denn: Investitionen in Silber wollen sehr gut überlegt sein und setzen eine intensive Beschäftigung unter anderem mit dem Edelmetall selbst, dem makroökonomischen Umfeld, den politischen und konjunkturellen Entwicklungen voraus. Investitionen in Silber sind hochspekulativ. Anleger, die in Silber investieren wollen, können dies in Form von Wertpapieren von Silberminen-Betreibern oder Zertifikaten wie ETFs oder ETPs machen. Selbstverständlich können Investoren auch Münzen oder Barren erwerben. Doch sollten sich Anleger immer bewusst sein, dass es bei dieser volatilen Wertanlage immer wieder zu deutlichen Kurskorrekturen kommen kann – im positiven wie auch im negativen Sinne.

Bitte beachten Sie den Haftungsausschluss.

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