Nikkei 225: Im Land der aufgehenden Börsen-Sonne
6. April 2021
Der Nikkei 225 ist aus seinem annähernd 30-jährigem Dornröschenschlaf erwacht. Diesen Eindruck zumindest vermittelt der Blick auf den japanischen Leitindex. So schwang sich der Nikkei 225 in den vergangenen Wochen im Schatten von Dow Jones, DAX und Co. zu alten Höhen auf und pendelte sich um die Marke von 30.000 Punkten ein. Und: Der Aufwärtstrend könnte durchaus noch eine Weile anhalten. Für Anleger bieten sich daher attraktive Renditechancen.
Nach langem Anlauf nimmt der Nikkei 225 Fahrt auf
Ende 1989 erreichte der Nikkei 225 mit 38.957,44 Punkten sein Allzeithoch. Dieser Rekord markierte das Ende der Sturm- und Drangphase des Tokioter Leitindex. Nach dem Platzen der Spekulationsblase bei Aktien und Immobilien stürzte Japan in die Dämmerung der Deflation. Weltweit erklommen die Indizes immer neue Gipfel, doch über den Wipfeln des Nikkei 225 herrschte Ruh´.
Japans Notenbank stützt nun schon seit Jahrzehnten die Wirtschaft im Land der aufgehenden Sonne mit massiven Aktien- und Anleihekäufen sowie einer rigiden Nullzinspolitik. Auch angesichts der daraus resultierenden Schuldenlast machten Anleger jahrzehntelang einen großen Bogen um die Werte des Nikkei 225. Doch diese Zeiten scheinen vorbei zu sein, hat der Nikkei 225 doch in den vergangenen Monaten deutlich an Dynamik gewonnen.
Mögliche Kursstützen des japanischen Aktienmarkts
Zwar sind grundlegende Themen wie die Überalterung der Gesellschaft, damit verbundene hohe Sozialkosten sowie eine schwache Binnenkonjunktur nach wie vor existent. Doch diese Herausforderungen werden aktuell durch den anziehenden Außenhandel in den Hintergrund gedrängt, der den Nikkei 225 auch künftig noch stützen könnte. Zudem ist Japan bisher vergleichsweise gut durch die Corona-Pandemie gekommen: So weist Japan für den Dezember mit 2,9 Prozent eine vergleichsweise geringe Arbeitslosenquote auf – und auch der Wirtschaftsrückgang in 2020 in Höhe von minus 4,8 Prozent gegenüber 2019 fällt im Vergleich zu anderen Industriestaaten moderat aus.
Sollte – wie erwartet – die globale Konjunktur weiter Fahrt aufnehmen, könnte dies dem Nikkei 225 zusätzlichen Rückenwind verleihen. Zumal dem japanischen Aktienmarkt auch das Freihandelsabkommen RCEP mit China und Südkorea zugutekommen sollte. Gleiches gilt für das von den USA – um die Abhängigkeit der Amerikaner von China zu verringern – angestrebte engere Verhältnis zu Japan. Mut macht zudem, dass sich laut der Tankan-Umfrage der japanischen Notenbank der Index der Geschäftsbedingungen für große Konzerne des verarbeitenden Gewerbes von minus zehn auf plus fünf Zähler verbesserte – und das Stimmungsbarometer damit das höchste Niveau seit dem Herbst 2019 erreichte. Und: Dass zahlreiche Unternehmen des Nikkei 225 solide Bilanzen und ihre Verschuldung deutlich verringert haben, sollte ebenfalls kein Nachteil darstellen.
Die aktuelle Konjunkturentwicklung könnte innerhalb des Nikkei 225 vor allem Aktien aus den Bereichen Transport und Infrastruktur beflügeln. Ergänzend dazu bieten sich auch Hersteller elektrischer Komponenten in der Automobilindustrie an sowie Unternehmen aus den Bereichen Robotik, Automatisierungstechnik und Halbleiterindustrie.
Unternehmen im Nikkei 225 scheinen nach unten gut abgesichert
Durch die Aktienkäufe der japanischen Notenbank – sie ist der drittgrößte Investor in Japan – und ihrem beherzten Eingreifen in Krisenzeiten scheinen die Aktien des Nikkei 225 nach unten vergleichsweise gut abgesichert. Auf mittlere und lange Sicht könnte eine Investition daher durchaus lohnenswert sein – entweder in Einzelwerte oder in ETFs, die den Markt des seit 1971 börsentäglich gehandelten Nikkei 225 abbilden. Kurzum: Die Chancen, dass beim Nikkei 225 die Dämmerung weicht und das Japan zum Land der aufgehenden Börsen-Sonne wird, stehen nicht schlecht; zumal Japan aufgrund seiner zyklischen Ausrichtung stark von der Öffnung und Erholung der Weltwirtschaft profitieren könnte. Doch Vorsicht: Zwar scheinen die Chancen am japanischen Aktienmarkt derzeit größer zu sein als die Risiken. Die Vergangenheit lehrt jedoch, dass unvorhersehbare Ereignisse jederzeit eintreten und damit einhergehend auch aussichtsreiche Aktienmärkte unter Druck geraten können. Mit anderen Worten: Anleger sollten beim Vermögensaufbau mit Aktien grundsätzlich vermeiden, alles auf eine Karte zu setzen.
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Dr. Markus C. Zschaber, Gründer und Geschäftsführer der V.M.Z. Vermögensverwaltungsgesellschaft, gilt als einer der erfahrensten und renommiertesten Vermögensverwalter in Deutschland und begleitet alle Prozesse im Unternehmen aktiv mit.
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