Manchmal mutet es unheimlich an, mit welcher Stärke die DAX-Werte derzeit unterwegs sind und dabei allen Unkenrufen trotzen. Vor wenigen Wochen fragte das renommierte „Handelsblatt“ zwischenzeitlich völlig zu Recht: Hat der DAX noch Potenzial oder ist er nach der rasanten Rally ausgereizt? Der Grund für diese Frage lag auf der Hand: Mehrfach gab der deutsche Leitindex 300 bis 400 Punkte nach – nur um dann doch wieder neue Höhen zu erklimmen.
U.K.I.-Faktor beflügelt DAX-Werte
Die anhaltend gute Entwicklung des DAX hat mehrere Gründe – ich nenne es den U.K.I.-Faktor: Glänzende Unternehmensergebnisse, boomende Konjunktur und das erfolgreiche Impfprogramm. Da sind die hohen Umsätze und Gewinne der DAX-Konzerne. Im ersten Quartal 2021 erzielten die 30 Unternehmen des Aktienmarktbarometers einen Umsatz von 362 Milliarden Euro – so viel wie noch nie in einem ersten Quartal. Vor Steuern und Zinsen verdoppelten sie ihren Gewinn gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 41,8 Milliarden Euro – ebenfalls ein Rekordwert.
Parallel dazu kommt die Konjunktur in Deutschland, Europa und der Welt – allen voran in China und den USA – immer besser auf Touren. Entsprechend optimistisch sind die Unternehmen. Laut einer Umfrage des Münchener Wirtschaftsforschungsinstitutes Ifo stieg der Ifo-Geschäftsklimaindex im Mai auf 99,2 Punkte von 96,6 Zählern im April und damit auf den höchsten Wert seit Mai 2019.
Die dritte Kurstütze ist der zunehmende Erfolg der Impfkampagne. Die Inzidenzwerte nehmen sukzessive ab, die Immunisierung schreitet voran. Die Folge: Beschränkungen werden aufgehoben, der Konsumstau in Deutschland wird sich durch die zunehmenden Lockerungen wohl Schritt für Schritt auflösen. All diese Faktoren treiben den DAX trotz zwischenzeitlicher Korrekturen auf immer neue Allzeithochs.
Leitindex mit weiterem Aufwärtspotenzial
Zuletzt notierte der 30 Werte umfassende Index Ende Mai auf einem Allzeithoch von mehr als 15.550 Punkten – trotz dreier Korrekturen in den vergangenen 30 Tagen, als der DAX jeweils mehrere Hundert Punkte einbüßte. Für einen weiteren Anstieg dürften neben der anhaltend lockeren Geldpolitik der Notenbanken und trotz gewisser Inflationssorgen vor allem die Konjunkturprognosen für das zweite Quartal und insbesondere das zweite Halbjahr sprechen. So rechnet der Sachverständigenrat in Deutschland für dieses Jahr mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 3,1 Prozent. Im Jahr 2022 dürfte sich die wirtschaftliche Erholung durch den Abbau der aufgestauten privaten Ersparnisse und der weltweit steigenden Nachfrage mit hohem Tempo fortsetzen. Der Sachverständigenrat erwartet entsprechend für das nächste Jahr einen Anstieg des BIP um 4,0 Prozent.
Hohe Erwartungen an die DAX-Werte
Angesichts der Konjunkturprognosen und dem näher rückenden Ende der Pandemie sind die Erwartungen für den DAX hoch. Die Bandbreite der Schätzungen reicht von 15.900 Punkten am Jahresende bis hin zu 17.000 Punkten und mehr; bislang legte der Index seit Jahresbeginn um knapp 13 Prozent zu. Die Aufbruchsstimmung und der Konjunkturoptimismus könnten die DAX-Werte tatsächlich trotz Inflationsängsten und Zinssorgen weiter nach oben treiben. Allerdings darf nicht außer Acht gelassen werden, dass das hohe Kursniveau das weitere Wachstum moderater ausfallen lassen könnte.
Dennoch könnte der DAX Anlegern noch Potenzial zu bieten. Wer auf den Vermögensaufbau mit Aktien und auf den DAX und seine 30 Werte setzen möchte, könnte je nach Risikoneigung entweder in Einzelwerte oder in DAX-ETFs investieren. Sicher ist – wie immer an der Börse – keine Rallye währt ewig. Aber aktuell deutet vieles darauf hin, dass die Anleger noch viel Freude an der Entwicklung der DAX-Werte haben könnten.
Unser Newsletter informiert Sie stets über die Entwicklungen an den Kapitalmärkten.
Für den Versand unserer Newsletter nutzen wir rapidmail. Mit Ihrer Anmeldung stimmen Sie zu, dass die eingegebenen Daten an rapidmail übermittelt werden. Beachten Sie bitte auch die AGB und Datenschutzbestimmungen.
Vielen Dank für Ihre Anmeldung!
Wir haben Ihnen auch schon die erste E-Mail geschickt und bitten Sie, Ihre E-Mail-Adresse über den Aktivierungslink zu bestätigen.
Über den Autor:
Dr. Markus C. Zschaber, Gründer und Geschäftsführer der V.M.Z. Vermögensverwaltungsgesellschaft, gilt als einer der erfahrensten und renommiertesten Vermögensverwalter in Deutschland und begleitet alle Prozesse im Unternehmen aktiv mit.
Die Künstliche Intelligenz ist für viele Unternehmen und Privatleute inzwischen mehr und mehr Teil des Alltags. Konzerne, die für die verschiedenen Zielgruppen konkrete KI-Anwendungen entwickeln, haben aber wahrscheinlich nur Wenige auf dem Schirm. Ein Fehler, dürften doch gerade diese Unternehmen die großen KI-Gewinner sein.
Die globale Lage in der Wirtschaft und Geopolitik ist herausfordernd. Dennoch: Zahlreiche Unternehmen in den USA überraschen mit starken Zahlen für das erste Quartal. US-Aktien sind daher nach wie vor mehr als nur eine Alternative; ausgesuchte Titel gehören in jedes gut strukturierte Depot.
Weniger Acker, mehr Menschen – die Landwirtschaft steht vor einem nicht zu unterschätzenden Wandel. Gentechnisch veränderte Pflanzen, Düngemittel und die Künstliche Intelligenz sind einige Antworten auf die großen Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft.
Sie laufen Marathons, helfen bei der täglichen Hausarbeit oder verrichten ihre Arbeit in der Industrie: Roboter. Sie werden mehr und mehr zu den perfekten Vertretern der Automatisierungsbranche und bündeln die technologischen Errungen der zurückliegenden Jahrzehnte.
Wind, Sonne, Biogas und Wasser, darauf setzt die Bundesregierung. Aber: kann damit die Energieversorgung Deutschlands gesichert werden? Bis 2030, so das offizielle Ziel der Bundesregierung, soll der Anteil der Erneuerbaren auf 80 Prozent steigen. Kritiker sagen, das wird schwierig, Befürworter sehen darin maximal eine technische Herausforderung.