Dividenden: Mehr als ein Zubrot
8. April 2021
Dividendenpapiere gelten in Zeiten des Krypto- und Technologie-Hypes bei vielen Anlegern als Inbegriff der investiven Spießigkeit. Doch weit gefehlt! In volatilen Phasen wie den aktuellen sind sie eher der sprichwörtliche Anker in der Börsen-Brandung. Und nicht nur das: Dividenden spielen für den langfristigen Vermögensaufbau mit Aktien eine nicht zu unterschätzende Rolle.
DAX-Konzerne schütten 32 Milliarden Euro Dividende aus
Nachdem im vergangenen Jahr zahlreiche Unternehmen aufgrund der Pandemie ihre Dividende kürzten – zum Schutz der Liquidität oder aufgrund in Anspruch genommener Staatshilfen ganz strichen – hat sich die Situation in diesem Jahr bereits erholt. Nach einem Dividendenrückgang in Höhe von 16 Prozent dürften die Ausschüttungen in diesem Jahr angesichts der bereits erfolgten Ankündigungen im Vorfeld der anlaufenden Hauptversammlungssaison weitgehend stabil bleiben: Deutschlands DAX-Konzerne schütten für 2020 mehr als 32 Milliarden Euro an ihre Anteilseigner aus. Das zeigt: Die Belastungen für die Konzerne dürften im vergangenen Jahr schwächer ausgefallen sein, als erwartet.
Dividenden für nachhaltigen Vermögensaufbau oft unterschätzt
Die Bedeutung von Dividenden für den langfristigen und nachhaltigen Vermögensaufbau wird vielfach unterschätzt. Ausschüttungen, das belegen zahlreiche Untersuchungen, tragen einen wesentlichen Teil zur Gesamtrendite bei: Welch großen Anteil Dividenden für den Gesamtertrag spielen, zeigt etwa der Vergleich von DAX und DAX Kursindex. Der DAX als Performance-Index rechnet die Ausschüttungen mit ein – einschließlich der Dividenden machte der deutsche Leitindex in den vergangenen zehn Jahren rund 230 Prozent an Boden gut, während er als reiner Kurs-Index „lediglich“ um etwa 173 Prozent zulegte.
Anleger sollten nicht nur auf die Dividenden schauen
Die Höhe der Dividende sollte allerdings nicht der einzige Grund für eine Investitionsentscheidung sein. Schüttet ein Unternehmen etwa mehr aus, als die Bilanz eigentlich hergibt, geht es an seine Substanz – mit womöglich weniger guten Folgen. Das gilt vor allem dann, wenn die Mittel letztlich fehlen, um richtungsweisende Investitionen für die Zukunft zu tätigen. Dann kann bei Anlegern auf die Dividenden-Euphorie im Nu die Stimmung in den Keller gehen.
Vor diesem Hintergrund sollten Anleger neben der Dividendenrendite stets auf weitere Faktoren achten:
- kontinuierliche über Jahre andauernde Stabilität oder Steigerung der Dividende
- eine robuste Bilanz
- ein erfahrenes Management
- ein nachhaltiges und etabliertes Geschäftsmodell
- eine hohe Eigenkapitalquote
- eine niedrige Nettoverschuldung
Unternehmen, die unter anderem diese Punkte erfüllen, zählt man gemeinhin zum Dividendenadel. Dies verspricht nachhaltige Ausschüttungen und erfreut am Ende die Anleger. Kurzum: Beim langfristigen Vermögensaufbau mit Dividendentitel geht es nicht um flotte Kursgewinne etwa aus dem Krypto- oder Technologie-Sektor, sondern um verlässliche Unternehmen mit einem erfolgreichen Geschäftsmodell und sicheren Zahlungsflüssen.
Aktien mit stabilen Dividenden gehören in jedes diversifizierte Depot
Anlegern bieten sich nun mehrere Möglichkeiten, in Dividendenwerte als Beimischung für das diversifizierte Depot zu investieren. Eine Option ist die Investition in ausgewählte Einzeltitel; in diesem Fall sollten Anleger aber das Risikomanagement im Blick behalten. Grundsätzlich bietet der Vermögensaufbau mit Aktien auf lange Sicht zwar attraktive Renditemöglichkeiten, risikolos – insbesondere, was kürzere Zeiträume angeht – ist die Anlage in Einzelwerte aber nicht. Als Alternative bietet sich unter anderem ein ETF auf den DivDAX an, der die dividendenstärke Hälfte des 30 Werte umfassenden DAX umfasst.
Für welche Variante sich Anleger auch entscheiden – die Chancen, dass Ausschüttungen auch in den kommenden Jahren zumindest stabil bleiben, stehen so schlecht nicht. Vor allem angesichts der wirtschaftlichen Erholung, die die Unternehmensgewinne wohl steigen lässt, dürfte sogar Spielraum für höhere Dividenden vorhanden sein. Vor diesem Hintergrund bleiben Dividendenwerte ein wichtiger Baustein für ein nachhaltiges Depot-Wachstum.
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Dr. Markus C. Zschaber, Gründer und Geschäftsführer der V.M.Z. Vermögensverwaltungsgesellschaft, gilt als einer der erfahrensten und renommiertesten Vermögensverwalter in Deutschland und begleitet alle Prozesse im Unternehmen aktiv mit.
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