Neue Besen kehren gut, heißt es in einem Sprichwort. Dass diese Redewendung zutrifft, hoffen derzeit vor allem Anleger von Danone. Und: Die jüngste Ankündigung, dass Gilles Schnepp das Verwaltungsratspräsidenten-Amt von Emmanuel Faber übernimmt, kommt an der Börse schon mal gut an. Erstmals seit dem vergangenen Sommer übersprang die Aktie des französischen Lebensmittelkonzerns jüngst die Marke von 60 Euro. Gut möglich, dass die gute Stimmung der Investoren noch eine Weile anhält. Denn die Chancen stehen gut, dass das auf Milchprodukte, Getränke und Babynahrung spezialisierte Unternehmen Maßnahmen ergreift, die einen Einstieg in die Danone-Aktie noch attraktiver machen könnte.

Danone hinkt der Konkurrenz hinterher

Hinter Danone liegen turbulente Wochen und Monate. Ex-Chef Faber, der bis vor kurzem neben dem Amt des Verwaltungsratspräsidenten auch Vorstandsvorsitzender von Danone war, musste im Wochenverlauf beide Ämter abgeben – zu groß war letztlich der Druck der mächtigen Aktionärsgruppen. Insbesondere die Investoren Bluebell Capital und Artisan Partners waren unzufrieden mit der Entwicklung. Der Unmut der Investoren ist durchaus nachvollziehbar. Grund: Die Nahrungsmittelbranche ist bisher insgesamt recht gut durch die Krise gekommen. Und auch die Aktienkurse zahlreicher Lebensmittelkonzerne haben schon längst wieder das Vor-Krisen-Niveau erreicht. Die Danone-Aktie hingegen ist trotz der jüngsten Erholung noch rund 15 Prozent vom Niveau von vor dem Corona-Ausbruch entfernt.

Zu schaffen macht den Franzosen unter anderem die schwächelnde Wassersparte, die aufgrund der Lockdowns und des damit einhergehenden brachliegenden Gastronomiegeschäfts besonders stark unter Druck geraten ist. Zudem gab es Schwierigkeiten im lukrativen Segment Spezialnahrung – besonders betroffen war der Absatz von Babynahrung in China.

Erster Umsatzrückgang seit drei Jahrzehnten

Um das Unternehmen wieder in die Erfolgsspur zu führen, kündigte das Management zwar noch im Herbst 2020 an, 2.000 Stellen in der Verwaltung streichen zu wollen, doch die Maßnahmen griffen nicht mehr. Im Gesamtjahr 2020 sank der Umsatz – erstmals seit drei Jahrzehnten – um 6,6 Prozent auf 23,6 Milliarden Euro. Ursprünglich erwartet wurde ein jährliches Wachstum zwischen drei und fünf Prozent. Auch das operative Ergebnis brach um rund 14 Prozent auf etwa 2,8 Milliarden Euro ein. Die Folge: Die Dividende für 2020 sinkt gegenüber dem Vorjahr von 2,10 auf 1,94 Euro.

Doch Besserung ist in Sicht, dürften die bereits eingeleiteten Maßnahmen doch nun ausgeweitet werden. So ist etwa die Trennung der Ämter von Verwaltungsratspräsident und Vorstandschef bereits ein klares Zeichen für eine stärkere Orientierung an den Interessen der Anleger. Gleiches gilt für die geplante Restrukturierung, die die operativen Kosten bis 2023 um eine Milliarde Euro senken soll. Mit dem bereits erfolgten Verkauf der Anteile am japanischen Hersteller von Milchgetränken, Yakult, weiteren Desinvestitionen etwa in Argentinien und der Marke Vega sowie Verbesserungen in der Logistik könnte der Pariser Konzern die erste Jahreshälfte zur Konsolidierung nutzen, um in der zweiten Jahreshälfte wieder das Gewinntempo zu erhöhen.

Potenzial von Danone scheint nicht ausgeschöpft

Der aktuelle Aktienkurs, so viel scheint sicher, spiegelt nicht das gesamte Potenzial des weltweit größten Joghurtherstellers wider. Auch die vergleichsweise günstige Bewertung – für 2021 ist die Aktie mit dem 17,4-fachen des zu erwartenden Gewinns bewertet – zeigt, dass der Titel noch Luft nach oben haben könnte. Zudem sollte Danone von der abflauenden Pandemie profitieren – und zwar vor allem dann, wenn die Maßnahmen etwa in der Gastronomie weiter gelockert werden. Sollten außerdem die angekündigten Umbauten konsequent umgesetzt werden, sind die Chancen bei sorgfältiger Abwägung durchaus gegeben, dass die Danone-Aktie mittel- und langfristig auch wieder in die Nähe ihres Allzeithochs von etwas mehr als 82 Euro kommt.

 

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