Volatilität – bewahren Sie Ruhe und schauen Sie auf die Chancen

25. Juni 2026

Rauf, runter, rauf – Phasen hoher Volatilität treten an der Börse immer wieder auf. Das stellt viele Investoren vor große Herausforderungen und sorgt bei dem einen oder anderen Anleger für unruhige Nächte. Grund zur Panik besteht nun aber nicht.

An der Börse geht es derzeit turbulent zu. Kurssprünge von drei, vier oder gar fünf Prozent an einem Tag sind keine Seltenheit mehr, selbst bei Blue-Chips, also etwa Aktien aus dem DAX und dem Dow Jones. Das ist auf der einen Seite nicht extrem außergewöhnlich, es gibt immer Phasen am Aktienmarkt, die von großen Schwankungen, im Fachjargon Volatilität genannt, geprägt sind. Sie sind dennoch bemerkenswert und durchaus eine Betrachtung wert, da eine erhöhte Volatilität viel über die Stimmung des Marktes verrät und die Wahrnehmung der Ereignisse; im aktuellen Umfeld vor allem das Thema Nahost-Konfrontation und die langfristigen Auswirkungen auf unseren globalen Wirtschaftszyklus. Zudem, volatile Marktphasen sollten vom Börsianer immer auch als Chance gesehen werden, sein eigenes Anlageverhalten zu überdenken.

Komplexe Gemengelage verunsichert manchmal

Die Auslöser der aktuell hohen Volatilität kommen aus unterschiedlichen Richtungen. Da wäre zum einen der Iran-Konflikt, die Sperrung der Straße von Hormus, und fast täglich, wenn nicht sogar stündlich wechselnde Aussagen über mögliche Verhandlungen und deren Inhalte zur Beendigung des Krieges – all das stellt sowohl uns als auch die Investoren vor enorme Herausforderungen, denn eine gewisse ökonomische Planungssicherheit fehlt.

Dass die Inflation sowohl diesseits als auch jenseits des Atlantiks zuletzt ein wenig an Dynamik gewonnen hat, dürfte ebenfalls beunruhigen. Und: Welche Richtung die Geldpolitik in den USA und in der Eurozone letztendlich einschlagen wird, ist aktuell ebenfalls noch ungewiss, da sich verschiedenste Inflations- oder aber auch Zinsveränderungszyklen zeigen könnten.

Die Volatilität ist ein Fieberthermometer

All diese und noch weitere schwer vorhersehbare Entwicklungen führen an den Märkten zu Unsicherheit – und damit zu den angesprochenen Schwankungen von mehreren Prozent binnen kurzer Zeit. Denn eine hohe Volatilität ist ein Zeichen von Unsicherheit – die „Vola“ ist sozusagen das Fieberthermometer für das kurz- und mittelfristige Vertrauen. Je höher die Vola, desto niedriger das Vertrauen, je weniger Vola, desto größer die Zuversicht.

Der Markt ist derzeit also auf Basis der geschilderten Ereignisse nervös, könnte man sagen. Die Marktteilnehmer – also wir alle – analysieren, wie es weitergeht, ohne die tatsächliche Entwicklung rund um den Nahostkonflikt zu kennen. Hinzu kommt die Frage, ob die Zinsen steigen oder fallen, ob und wann der Krieg in der Ukraine endet oder ob die Ruhe zwischen den USA und dem Iran dieses Mal von Dauer ist – nach 38 Ankündigungen, es gäbe Frieden, und den ebenso vielen Widerrufen. Und was macht der Ölpreis? All diese Fragen führen am Ende dazu, dass genau abwägt werden muss, welche Schritte in unserem Portfoliomanagement umgesetzt werden. In den vergangenen Tagen haben wir beispielsweise in den meisten unserer Anlagestrategien eine Investition in Silber und Kupfer vorgenommen, im Fachjargon Commodities genannt. Zwar haben wir diese Investitionen untergewichtet, aber wir wollen dort eine kleine Gewichtung haben und beobachten dieses Segment weiter. Darüber hinaus haben wir einige weitere kleine Veränderungen vorgenommen, im Bereich ETF oder aber auch in einzelnen Aktien.

Hohe Volatilität bietet dementsprechend eben auch Chancen

Wir wissen, dass diese Herangehensweise langfristig Früchte tragen wird, und damit kommen wir zu dem Punkt, dass volatile Marktphasen auch Anlass dazu geben, Möglichkeiten zu erkennen, die noch am Anfang des Wachstumszyklus stehen – und von uns genutzt werden möchten.

Dazu kommt: Investoren sind nervös und es wächst die Gefahr, dass Entscheidungen quasi übers Knie gebrochen werden; es werden also schnell gute Aktien gekauft oder verkauft – und zwar ohne die Gesamtsituation gründlich zu reflektieren. Das bietet Chancen, denn auch in volatilen Marktphasen geht es darum, den Überblick zu behalten und Ruhe zu bewahren. Hier hilft manchmal auch ein Blick in die Vergangenheit, auf die langfristige Entwicklung.

Volatilität – darf einen nicht aus dem Konzept bringen

Volatile Marktphasen sind nicht automatisch auch Verlustphasen; das erkennt man sehr schnell mit Blick auf den Beginn des Nahostkrieges. Nachdem die Märkte zunächst kräftig korrigierten, haben sie sich bis heute wieder mehr als erholt. Hier war unser hauseigenes Risikomanagement massiv eingebunden, um die Lage richtig einschätzen zu können und sich entsprechend zu positionieren. Eine große Herausforderung war das auch deshalb, weil dieses Ereignis bis dato einmalig war. Schließlich sprechen wir über die Schließung der Straße von Hormus und wie die Welt dadurch von der fossilen Lieferkette abgeschnitten wurde.

Übrigens, auch wenn viele Leser – salopp formuliert – dieses Ereignis gedanklich nicht mehr auf dem Schirm haben: Auch letztes Jahr kam ein sogenannter Hammer auf die Märkte zu, nämlich als Donald Trump die Einführung von US-Zöllen ankündigte. Dieser Akt führte zu großen kurzfristigen Turbulenzen, die aber schon wenige Wochen später ausgesessen waren. Wer da zu schnell das Handtuch geworfen hat, der hatte am Ende wirklich verloren. Auch hier agierte unser hauseigenes Risikomanagement sehr umsichtig und konnte die komplette Erholung mitnehmen.

Also: Volatilität ist eine Herausforderung, solche Phasen treten aber immer wieder mal auf und gehören zum Börsenverlauf dazu. Wichtig ist aber ganz klar festzuhalten, dass solche Phasen auch wirklich gute Kaufmöglichkeiten bieten. Und somit heißt es dann: mit Ruhe und Weitsicht agieren. Ein guter Schutz vor großen Schwankungen bietet zudem ein diversifiziertes Portfolio aus fundamental gesunden Aktien und weiteren Portfoliobausteinen wie ETFs, möglicherweise Anleihen usw., neben dem ausgewogenen Anlagehorizont. Dazu kommt auch noch der Schutz, den die Sachanlage bietet, aber dazu hatte ich im vergangenen Wochenkommentar zum Thema Inflation schon ausführlich etwas geschrieben. Dabei helfen wir Ihnen von der Vermögensverwaltungsgesellschaft Dr. Markus C. Zschaber gerne weiter: Kontakt.

 

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Dr_Markus_C_Zschaber_Pressefoto_2025Über den Autor:
Dr. Markus C. Zschaber, Gründer und Geschäftsführer der V.M.Z. Vermögensverwaltungsgesellschaft, gilt als einer der erfahrensten und renommiertesten Vermögensverwalter in Deutschland und begleitet alle Prozesse im Unternehmen aktiv mit.

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