Die gestiegenen Ölpreise lassen die Inflation erneut anziehen und erhöhen damit die Gefahr von Zinsanhebungen durch die Notenbanken. Das fordert auch die Tech-Branche heraus – und verunsichert möglicherweise. Ein differenzierter Blick auf den Sektor hilft, Verunsicherung zu reduzieren und Chancen zu identifizieren.
So schnell kann sich die Situation an der Börse ändern. Erklommen die Aktien aus der Tech-Branche zu Jahresbeginn an den US-Börsen ein Hoch nach dem anderen, kamen viele dieser Papiere zuletzt unter Druck. Der NYSE 100, Gradmesser der US-Techwerte, verlor im März rund sechs Prozent. Das ist nicht extrem viel, zugegeben, dennoch eine Bemerkung wert.
Öl und Inflation belasten Tech-Branche, auf den ersten Blick
Künstlicher Auslöser der „kleinen Talfahrt“ war natürlich der Angriff der USA und Israel gegen den Iran. Dieser hat nämlich zu einer deutlichen Verteuerung von Öl geführt. Seit Beginn der Auseinandersetzung haben sich die Rohölpreise in der Spitze nahezu verdoppelt, inzwischen aber auch wieder ein wenig beruhigt.
Dabei spielt insbesondere die Straße von Hormus eine wichtige Rolle. Durch diesen Engpass im Persischen Golf fahren tagtäglich viele Tankschiffe, die das an den Küsten von Saudi-Arabien, Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten und anderen arabischen Nationen geladene Öl Richtung Asien, Amerika und Europa transportieren. Diese Seestraße wird vom Iran zum Teil blockiert, was zu Versorgungsengpässen in der globalen ölverarbeitenden Wirtschaft führte. Zwar gibt es zwischen den Streitparteien Verhandlungen, doch diese führten bislang nicht zu einem nachhaltigen Erfolg.
Geldpolitik im Blick behalten
Der gestiegene Ölpreis wiederum heizt an der Börse Spekulationen über mögliche Reaktionen seitens der Notenbanken an. Diese könnten zu Zinsanhebungen greifen, um den zuletzt höheren Inflationszahlen zu begegnen. So sind die Preise in den USA im März im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,3 Prozent angezogen.
Hat man sich also zu Jahresbeginn noch Gedanken darüber gemacht, wann die Notenbank in den USA die Zinsen senken wird – wobei klar zu sein schien, dass es nur eine Frage nach dem Wann ist, nicht nach dem Ob–, machen sich nun wieder Spekulationen über Zinserhöhungen breit. Das drückt auf die Stimmung und brachte am Ende auch die erfolgsverwöhnte Tech-Branche unter Druck.
Tech-Branche – Wachstumstreiber bleiben
Doch ist die Reaktion der Anleger und des Kapitalmarktes angemessen? Muss sich die Tech-Branche vor steigenden Zinsen hüten? Ja und nein, lautet die Antwort. Ja, weil höhere Zinsen den Aktienmarkt insgesamt belasten – gelten Zinsen doch als „Gegenspieler“ von Aktien –, und die Finanzierungsmöglichkeiten von Unternehmen erschweren. Letzteres gilt auch für die Tech-Branche, da nicht wenige Unternehmen aus diesem Sektor zwar stark wachsen, zugleich aber auch über hohe Schulden verfügen.
Nein, weil die Vertreter der Tech-Branche zwar nicht gegen steigende Zinsen pauschal immun sind, aber in den zurückliegenden Jahren gereift und nicht selten ein erstaunliches finanzielles Polster aufgebaut haben. Hinzu kommt: Die thematischen Wachstumstreiber Künstliche Intelligenz, Big Data, Robotik, Cloud und und und sind keine kurzfristigen Trends, sondern Entwicklungen, die nachhaltig die Wirtschaft und Wertschöpfungsketten verändern werden. Und: Nur weil die Zinsen möglicherweise steigen könnten, wird es nicht weniger KI geben.
Tech-Branche: Chancen identifizieren, Risiken reduzieren
Insofern könnte man vermuten, dass die aktuelle Kursschwäche der Tech-Branche an der Börse eine Einstiegschance ist. Eine Einstiegschance, die man aber sehr selektiv nutzen sollte. Denn: Nicht jeder Technologie-Wert ist nun ein Kauf, sondern nur Aktien ausgesuchter Unternehmen. In Fragen kommen dabei vor allem solche Tech-Konzerne, die über eine solide Bilanz verfügen und unter Umständen in der Lage sind, ihren Schuldenstand zu reduzieren und/oder nötige Investitionen aus eigenen Mitteln zu stemmen. Im Blickpunkt steht also die „finanzielle Resilienz“ der Unternehmen.
Darüber hinaus sollten Anleger aber auch die Zukunft im Fokus haben. Die finanzielle Widerstandsfähigkeit gepaart mit Zukunftstechnologien wie der Künstlichen Intelligenz sollten im Mittelpunkt von Investitionen stehen. Lassen Sie uns also Ihr Depot „zinsfest“ und zukunftssicher machen. Wir von der Vermögensverwaltung Dr. Markus C. Zschaber stehen Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite: Kontakt.
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