Weshalb 2026 ein Blick auf Nebenwerte lohnen könnte
10. Dezember 2025
Sie bilden das Rückgrat der Wirtschaft, bieten Wachstumspotenzial und sind vergleichsweise günstig bewertet. Es gibt also gleich mehrere gute Gründe, weshalb Nebenwerte für Anleger attraktive Renditechancen bieten.
Small is beautiful, ist ein bekanntes und in vielen Bereichen oft zitiertes Motto. Das dieses auch an der Börse durchaus seine Berechtigung hat, zeigt allein ein kurzer Blick auf die Gewinnaussichten im kommenden Jahr. Demnach sollen die Unternehmensgewinne der Konzerne, die im DAX gelistet sind, im Schnitt um geschätzt rund 14 Prozent zulegen. Nicht schlecht, doch schlechter als die Aussichten für die im MDAX notierten Unternehmen, hier liegen die Prognosen bei über 20 Prozent.
Wissen sollte man, dass im MDAX jene 50 Konzerne zusammengefasst sind, die unter anderem in Sachen Marktkapitalisierung den 40 DAX-Unternehmen folgen. Dabei sind die MDAX-Mitglieder nicht unbedingt alle dem klassischen Mittelstand zuzurechnen, den MDAX-Konzern Lufthansa würde man zum Beispiel wohl nicht unbedingt als „Familienunternehmen“ sehen. Doch das Bild vom heimischen Mittelstand ist ohnehin überholt. Der Mittelstand, manchmal einfach auch nur als „Nebenwerte“ abgetan, das sind heute hochkonkurrenzfähige und häufig global agierende Konzerne. Sie bilden das Rückgrat der Wirtschaft.
Nebenwerte überzeugen durch starkes Wachstum
Dass insbesondere die MDAX-Unternehmen beim Gewinnwachstum die DAX-Unternehmen so kräftig im kommenden Jahr überholen könnten, hat auch mit dem von der Bundesregierung verabschiedeten Infrastrukturprogramm zu tun. Dieses hat ein Volumen von bis zu 500 Milliarden Euro, was aber nur als „Starthilfe“ gedacht ist. Das tatsächliche Volumen sollte am Ende viel höher ausfallen, da die staatliche Hilfe vor allem Privatinvestitionen anlocken soll, wenngleich abzuwarten bleibt, ob dieses Ziel auch tatsächlich erreicht wird.
Und: Gerade im MDAX sind viele Aktien von Unternehmen vertreten, die hier einen wertvollen Beitrag leisten – etwa Bauunternehmen oder solche, die Baustoffe zur Verfügung stellen. Zudem Konzerne aus den Bereichen Kommunikation und Industrie, also alles Branchen, die direkt oder indirekt vom Ausbau und Modernisierung der Infrastruktur profitieren. Dass die Bundesregierung eine deutliche Erweiterung des Wehretats beschlossen hat, macht den MDAX zusätzlich interessant, finden sich im Mid-Cap-Index doch zahlreiche Profiteure dieser Aufstockung.
Nebenwerte mit Aufholpotenzial
Trotz dieser guten Aussichten stand der MDAX in den zurückliegenden Jahren bei den Anlegern nicht so im Fokus wie der DAX. Das sieht man an der Performance beider Indizes. Während der DAX seit Anfang 2021 auf einen Zuwachs von etwa 80 Prozent kommt, stagniert die Performance des MDAX unter dem Strich seit fünf Jahren. Fundamental ist das kaum zu rechtfertigen und hat wohl eher damit zu tun, dass man sich am Aktienmarkt traditionell lieber um die „Großen“ kümmert, während man „die anderen“ als Nebenwerte links liegen lässt.
Wo Chancen locken, lauern auch Gefahren
Das ist auch nicht unbedingt nur ein deutsches Phänomen. Auch in Europa ist das festzustellen. In den vergangenen fünf Jahren erzielten die größten 200 Unternehmen des STOXXEurope 600 eine durchschnittliche jährliche Gesamtrendite von rund 13 Prozent, gegenüber acht Prozent bei den mittleren und nur sechs Prozent bei den kleinsten 200. „Big“ ist scheinbar bei Anlegern ein wichtiges Kriterium, und zwar nicht von ungefähr. Denn Fakt ist: Ausgesuchte Nebenwerte bieten zwar attraktive Renditechancen, auf der anderen Seite weisen Aktien kleiner und mittelgroßer Unternehmen aber nach wie vor ein größeres Risiko auf. Allzu groß sollte der mögliche Depotanteil daher auch nicht ausfallen.
Nebenwerte sind attraktiv bewertet und bieten Potenzial
Dass Small Caps und mittelgroße Werte nicht ganz so populär sind, führt nicht selten zu einer attraktiveren Bewertung. Wachstumsstarke Unternehmen mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis in einem einstelligen oder niedrigen zweistelligen Bereich, so etwas findet man in der Regel nicht bei den großen bekannten Unternehmen. Hierfür müssen Anleger tiefer graben und intensiver suchen – fündig werden sie dann unter anderem bei den Nebenwerten.
Die günstige Bewertung spricht auch dafür, dass deutsche und europäische Nebenwerte gerade im neuen Jahr interessant werden könnten. Nach der guten Performance der BlueChips etwa aus dem DAX könnte es zu einer intensiveren Suche der Anleger nach günstigeren Alternativen kommen. Die Suche nach „Perlen“ – 2026 könnte es soweit sein.
Welche Nebenwerte auf deutscher und europäischer Ebene vor diesem Hintergrund interessant sind, darüber würden wir gerne mit Ihnen sprechen: Kontakt.
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Dr. Markus C. Zschaber, Gründer und Geschäftsführer der V.M.Z. Vermögensverwaltungsgesellschaft, gilt als einer der erfahrensten und renommiertesten Vermögensverwalter in Deutschland und begleitet alle Prozesse im Unternehmen aktiv mit.
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