Magnificient 7 – warum ein differenzierter Blick unerlässlich ist
4. Juni 2025
Sie sind die Zugpferde an der US-Börse und weltweite Technologieführer, die „Magnificient 7“. Doch nicht jedes Unternehmen, das zu ihnen gehört, ist nach den jüngsten Kursturbulenzen ein Kauf. Eine professionelle Betrachtung ist angebracht.
Droht den „Magnificient 7“ – die sieben Tech-Giganten an der Nasdaq – in den kommenden Monaten ein kräftiger Dämpfer? Dass sich diese Frage nicht seriöse beantworten lässt, liegt in der Natur der Sache. Sicher ist aber: Der steile Aufwärtstrend der zurückliegenden Jahre hat mit der jüngsten Korrektur am Aktienmarkt einen Knick bekommen. Doch schauen wir uns die Lage der US-Techwerte mal genauer an – und gehen ins Detail.
Die „Magnificient 7“ – beeindruckende Performance
„Magnificient 7“ – das sind Apple, Microsoft, Amazon, Alphabet (Google), Meta (Facebook), Nvidia und Tesla. Sie gehören sowohl technologisch wie auch an der Börse zu den einflussreichsten Technologiekonzernen – und zwar nicht nur am US-Aktienmarkt, sondern weltweit: Sie sind Trendsetter, Stichwörter Künstliche Intelligenz und Elektromobilität, wie auch Zugpferde am Aktienmarkt – im Jahr 2024 zeichneten sie immerhin für über 50 Prozent der Kursentwicklung des S&P 500 verantwortlich.
Im Deutschen werden sie deshalb auch als die „Glorreichen 7“ betitelt, und stellen eine Erweiterung der Bezeichnung FAANG da, die Anfangsbuchstaben der Unternehmen Facebook, Apple, Amazon, Netflix, Google. Der Titel „Magnificient 7“ wurde etwa ab dem Jahr 2023 von Finanzanalysten und Medien in Anlehnung an einen berühmten Westernklassiker geprägt.
Einflussreich und werbewirksam
Dabei ist klar, so toll sich die Begriffe „Magnificient 7“ oder die „Glorreichen 7“ auch anhören mögen, letztendlich sind sie keine homogene Gruppe von Unternehmen, die wirklich zusammengehören. Am Ende ist es Zufall, dass es sieben sind und genau eben auch die sieben. Der Name „Magnificient 7“ ist vor allem Werbung und dient dem Verkauf von entsprechenden Finanzprodukten, wie ETFs.
Damit wird auch deutlich, dass der Erfolg der „Magnificient 7“ eine große Portion selbsterfüllende Prophezeiung in sich trägt, im Englischen als „self-fulfilling prophecy“ bezeichnet. Denn je mehr Geld die „Magnificient 7“ am Kapitalmarkt anziehen, desto steiler geht es an der Börse nach oben, desto mehr Geld ziehen sie an und so weiter und so fort. Und letztendlich trägt dieser Erfolg auch dazu bei, dass sich diese Unternehmen im „realen“ Leben mehr leisten können, mehr Technologien auf sich vereinen, in dem sie etwa mit dem vielen Geld, das sie am Aktienmarkt einsammeln, andere Unternehmen übernehmen und sich deren technologische Entwicklungen schlichtweg einverleiben.
Ein differenzierter Blick auf die „Magnificient 7“
Nichtsdestotrotz: Der Erfolg der „Magnificient 7“ lässt sich nicht kleinreden, erst recht nicht an der Börse. Doch ein differenzierterer und kritischer Blick zeigt auch die Risiken auf. Die sieben Unternehmen sind kein pauschales Investment, sondern bedürfen einer Einzelanalyse. Jedes Unternehmen muss separat betrachtet werden, erst recht dann, wenn Geld in ihre Aktien investiert werden soll.
Wie wichtig das ist, zeigt ein kurzer Blick auf die unterschiedlichen Perspektiven etwa von Microsoft und Tesla. Während Microsoft mit dem Betriebssystem Windows und der Büro-Software Office unangefochtener globaler Marktführer ist und durch den Ausbau der Cloudsparte stetig neue Marktanteile hinzugewinnt, steht Tesla an der Verkaufsfront mächtig unter Druck. Der Autoabsatz geht zurück, im ersten Quartal 2025 sackte der weltweite Verkauf an Fahrzeugen im Vergleich zum ersten Quartal 2024 um fast 13 Prozent ab. Die Konkurrenz – vor allem aus China – heizt dem Unternehmen ein. Ob Tesla das Ruder wieder herumreißen kann, ist höchst fraglich.
Höchst unterschiedlich wirken sich auch die von Donald Trump eingeführten Handelszölle auf die „Magnificient 7“ aus. Während Apple und Nvidia tendenziell stärker von ihnen betroffen sein könnten, weil sie viele Produkte im Ausland fertigen lassen, ist Alphabet, sprich Google, von ihnen kaum belastet. Dafür muss sich Alphabet in einem Rechtsstreit in den USA gegen den Vorwurf der Monopolstellung verteidigen.
„Magnificient 7“ ist nicht gleich „Magnificient 7“
Wie auch immer man es also dreht und wendet, die „Magnificient 7“ sind erfolgreiche Unternehmen, die sich zurecht nach den jüngsten Kursturbulenzen auch wieder zum Teil kräftig erholt haben und weiteres Aufwärtspotenzial bieten, aber sie sind es eben nicht unbedingt als Gruppe. Chancen und Risiken bedürfen einer Einzelabwägung – und dann sind einige von ihnen durchaus auf dem aktuellen Niveau ein Kauf wert, andere aber eben nicht. Welche „Magnificient 7“-Konzerne ein Investment wert sind, das zeigen wir Ihnen gerne ein einem Gespräch auf: Kontakt.
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Dr. Markus C. Zschaber, Gründer und Geschäftsführer der V.M.Z. Vermögensverwaltungsgesellschaft, gilt als einer der erfahrensten und renommiertesten Vermögensverwalter in Deutschland und begleitet alle Prozesse im Unternehmen aktiv mit.
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