Kernfusion – der Traum von unerschöpflicher Energie

7. August 2026

Aktuell ist noch kein Kernfusionsreaktor am Netz. Dies ändert aber nichts daran, dass die Fusion von Atomen als großer Hoffnungsträger in der Energieerzeugung gilt. Weshalb man in Europa auf Zeit baut, während in den USA schon konkrete Pläne existieren, lesen Sie im dritten Teil unserer Serie rund um technologische Neuerungen.

Am 9. November 1991 war es soweit – im englischen Culham gelang es Forschern zum ersten Mal in der Geschichte, eine Kernfusion auszulösen. Ein Meilenstein, sagen Beobachter; einer von vielen, die noch folgen müssen, sagen Kritiker.

Kein Energiegewinn bei erster Kernfusion

Wer am Ende auch immer Recht haben wird, Fakt ist: Die Kernfusion, die all unser Leben erschaffen hat und die Sonne am Laufen hält, ist mit erheblichen Herausforderungen verbunden. Damit sich nämlich Atome verschmelzen, müssen enorme hohe Temperaturen erreicht werden. Mindestens 100 Millionen Grad Celsius sind Voraussetzung, eine unfassbare Hitze. Und so gelang die Kernfusion in Culham auch nur, weil riesige Energiemengen in den Experimentenaufbau „gepumpt“ wurden. Die Konsequenz: Unter dem Strich wurde trotz gelungener Fusion keine Energie gewonnen.

Kernfusion ist effektiver als Kernspaltung

Doch das ist nur eine Herausforderung. Die andere, weil die Fusion nur unter enorm hoher Temperatur gelingt, muss sie quasi in der Schwebe stattfinden. Kein Material hält solche Hitze aus, alles würde schmelzen. Darum muss für die Kernfusion ein Magnetfeld erzeugt werden, in dem die Atome „fliegen“. Alles machbar, sagen Wissenschaftler, aber dafür braucht es eben Zeit.

Gelingt die Kernfusion eines Tages im großen Stil, dann hätte die Menschheit möglicherweise eine nahezu unerschöpfliche Energiequelle an der Hand. Aus einem Gramm Brennstoff können nämlich rund 100 Megawattstunden Energie erzeugt werden, soviel wie aus einem Dutzend Tonnen Kohle. Damit schlägt die Kernfusion in Sachen Effektivität auch die Kernspaltung. Pro Gramm Brennstoff setzt die Fusion rund zehnmal mehr Energie frei als die Kernspaltung. Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Vorteil: Bei der Fusion entsteht erheblich weniger Radioaktivität als bei der Spaltung. Das Problem der Endlagerung von radioaktivem Abfall hätte sich so zumindest deutlich reduziert.

Kernfusion – Retter für Rechenzentren

Wann der erste Kernfusionsreaktor ans Netz geht, steht derzeit noch in den Sternen. Europäische Vertreter des Max-Planck-Instituts gehen von frühestens 2040 aus, andere setzen sogar noch spätere Termine an. In den USA ist man allerdings deutlich optimistischer. Schon 2030 soll es losgehen. Der Optimismus ist „berufsbedingt“, denn vor allem in den USA kämpfen Technologieunternehmen mit fehlender Energie. Baugenehmigungen für Rechenzentren, die vor allem für die Künstliche Intelligenz (KI) benötigt werden, wurden schon verschoben, weil die örtlichen Behörden Energiemangel befürchten. Immerhin soll der von den Rechenzentren in den USA hervorgerufene Strombedarf allein zwischen 2023 und 2030 um rund 80 Prozent steigen. Für solche zusätzlichen Strommengen gibt es derzeit aber keine adäquaten Ausbaupläne für die Erzeugung. Der Traum von der Kernfusion kommt da gerade recht.

Kernfusion – nicht ob, sondern wann?

Dass aus dem Traum mehr wird, darauf bauen also zahlreiche US-Technologieunternehmen,  unter anderem auch Microsoft. Der Softwaregigant unterzeichnete bereits 2023 einen Vertrag mit dem Startup Helion, das ab 2028 Strom aus der Kernfusion liefern will. Ebenso gibt es Verträge zwischen Alphabet und dem Startup Commonwealth Fusion Systems zum Bau eines Fusionsreaktors. Der soll in den 2030er-Jahren in Betrieb gehen.

Kurzum: In den USA hat sich eine neue „Energieszene“ rund um die Kernfusion gebildet. Viele kleine Forschungsunternehmen und große US-Techkonzerne arbeiten eng verzahnt miteinander. Die einen haben das Wissen, die anderen das Geld. Wann am Ende dabei was rauskommt, wir werden es erfahren. Sicher scheint aber jetzt schon: Die Kernfusion ist keine Frage nach dem Ob, sondern nur nach dem Wann.

Wie Anleger an den neuen Fusionsplänen teilhaben können, darüber gerne mehr in einem Gespräch: Kontakt.

 

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Dr_Markus_C_Zschaber_Pressefoto_2025Über den Autor:
Dr. Markus C. Zschaber, Gründer und Geschäftsführer der V.M.Z. Vermögensverwaltungsgesellschaft, gilt als einer der erfahrensten und renommiertesten Vermögensverwalter in Deutschland und begleitet alle Prozesse im Unternehmen aktiv mit.

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