Europäischer Aktienmarkt – Chancen dank Vielfalt

11. Juni 2026

Der europäische Wirtschaftsmotor läuft nicht so richtig rund, zumindest nicht überall. Dieses bedeutet jedoch nicht, dass der europäische Aktienmarkt keine attraktiven Renditechancen bietet, im Gegenteil.

Zugegeben, auf den ersten Blick spricht nicht so viel für den europäischen Aktienmarkt. So soll sich das Wachstum laut Frühjahrsprognose der EU-Kommission im laufenden Jahr auf 1,1 Prozent abschwächen, nach 1,5 Prozent im zurückliegenden Jahr. Zudem soll die Inflation wieder ein Thema werden, hier rechnet man durchschnittlich mit über drei Prozent. Und das wiederum könnte die Europäische Zentralbank dazu motivieren, die Zinsen anzuheben; für den Aktienmarkt könnte das eher ein Nachteil sein.

Europäischer Aktienmarkt ist nicht gleich europäischer Aktienmarkt

Doch wie so oft, der erste Blick muss nicht der „richtige“ sein. Der Aktienmarkt Europa bietet mehr als eingetrübte Aussichten, vor allem ist er extrem vielfältig. Das hat viel mit der Konstruktion „Europas“ zu tun. Viele Staaten, viele Kulturen, viele Ökonomien, die sich nicht selten in völlig unterschiedlichen Stadien der wirtschaftlichen und konjunkturellen Entwicklung befinden. Das macht es einerseits den Verantwortlichen in Brüssel schwer, die „eine“ Wirtschaftspolitik zu betreiben, die allen Staaten gerecht wird, andererseits eröffnet es für den aktiven Anleger interessante Möglichkeiten an der Börse.

Zu den Wachstumsländern gehören in diesem Jahr etwa Malta und Polen, mit jeweils deutlich über drei Prozent BIP-Plus im Vergleich zum Vorjahr. Auch Spanien und Litauen fallen mit jeweils über zwei Prozent auf. Damit können diese Nationen nicht nur auf europäischer Ebene überzeugen, auch im globalen Vergleich punkten sie. Für die USA etwa wird in diesem Jahr „nur“ noch ein Wachstum von um die zwei Prozent erwartet, also möglicherweise weniger als Spanien und Litauen zu bieten haben.

Europa hat wichtige Entwicklungen verschlafen…

Aber auch Länder, in denen die Wirtschaft stagniert, wie etwa Deutschland, sind nicht uninteressant. Immerhin soll die heimische Infrastruktur mit einem Milliarden-Programm von Grund auf saniert und modernisiert werden, für Unternehmen unter anderem aus den Bereichen Bau und Maschinen ist das ein attraktives Wachstumsumfeld.

…und ist nun hoffentlich aufgewacht

Dass Europa Chancen bietet, sieht man auch an den Initiativen der Europäischen Union, in sensiblen Bereichen unabhängiger von den USA und China zu werden. Gerade in den Schlüsseltechnologien wie KI, Mikroelektronik, Quantentechnologien und Biotechnologie hat Europa Förderprogramme initiiert. Auch wenn es derzeit mehr darum geht, den – selbstverschuldeten – Rückstand zu den USA und China aufzuholen, statt eigene Akzente zu setzen.

Aktienmarkt Europa: Besser als viele denken

Trotz eingetrübter Wachstumsaussichten könnte sich also durchaus ein Blick auf den europäischen Aktienmarkt lohnen. Exemplarisch lässt sich das etwa am STOXX Europe 600 zeigen, einem breitaufgestellten Europa-Index, der auch Unternehmen enthält, die nicht in der Eurozone beheimatet sind. Auch wenn er der Performance des amerikanischen Pendants, dem S&P 500, hinterherhinkt, mit einem Plus von rund 40 Prozent seit Anfang 2024 kann er durchaus überzeugen.

Ein großer Vorteil des STOXX Europe 600 Index gegenüber dem S&P 500 ist zudem, dass das Gros der Unternehmen aus dem Index an den Börsen hauptsächlich in Euro gehandelt werden. Der Index weist damit gegenüber US-Indizes ein deutlich geringes Währungsrisiko auf.

Europäischer Aktienmarkt ist attraktiv bewertet

Ein weiterer Pluspunkt: Der STOXX Europe 600 ist im Vergleich zum S&P 500 deutlich attraktiver bewertet, er kommt derzeit auf ein laufendes KGV für die kommenden zwölf Monate von etwa 15, der S&P 500 weist hingegen ein KGV von über 22 auf, je nach Gewinnschätzung auch höher. Die Höherbewertung ist natürlich nicht völlig unbegründet, immerhin sind die USA in vielen Technologiebereichen führend, doch die Schere zwischen „oben“ und „unten“ könnte sich zumindest ein Stück weit zugunsten des europäischen Aktienmarktes schließen. Hierfür sprechen auch die zunehmenden politischen Unsicherheiten – im November stehen in den USA die Midterm-Wahlen an, die eine Verschiebung der Machtverhältnisse zu Ungunsten von Donald Trump erwarten lassen.

Der STOXX Europe 600 bietet Anlegern auf mittlere und lange Sicht durchaus Chancen. Noch mehr Möglichkeiten bietet aber ein selektives Vorgehen, sprich Stockpicking in europäische Aktien. Das erfordert aber eine Menge Zeit, Erfahrung und Know-how. Wir von der Vermögenverwaltung Dr. Markus C. Zschaber wollen Ihnen hierbei helfen: Kontakt.

 

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Dr_Markus_C_Zschaber_Pressefoto_2025Über den Autor:
Dr. Markus C. Zschaber, Gründer und Geschäftsführer der V.M.Z. Vermögensverwaltungsgesellschaft, gilt als einer der erfahrensten und renommiertesten Vermögensverwalter in Deutschland und begleitet alle Prozesse im Unternehmen aktiv mit.

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