Im Verborgenen gedeihen oftmals prächtige Blüten – die Aktie von Eckert & Ziegler ist eine davon. Das Strahlen- und Medizintechnikunternehmen zeigt seit einiger Zeit eine beeindruckende Entwicklung an der Börse, glänzt mit starken Zahlen und verfügt über eine klare Strategie. Trotz eines bereits deutlichen Kursanstiegs in den vergangenen Monaten und Jahren könnte sich auch jetzt noch ein Blick auf den SDAX-Wert lohnen.

In den vergangenen fünf Jahren stieg die Aktie der Eckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik AG von knapp fünf auf mittlerweile rund 93 Euro – ein Zuwachs von mehr als 1.600 Prozent. Allein in den zurückliegenden zwölf Monaten legte die Aktie um 161 Prozent an Wert zu. Mit einem für 2021 erwarteten KGV von 69 ist die Aktie zwar nicht als günstig zu bezeichnen, dennoch könnte der SDAX-Wert noch Luft nach oben haben – und zwar aus guten Gründen. Der Reihe nach:

Eckert & Ziegler mit starken Zahlen

Die Unternehmensgruppe gehört zu den weltweit größten Herstellern von radioaktiven Komponenten für medizinische, wissenschaftliche und messtechnische Zwecke. Konkret bedeutet dies, dass Eckert & Ziegler sich auf Anwendungen in der Krebstherapie, der industriellen Radiometrie und der nuklearmedizinischen Diagnostik konzentriert. Das 1997 gegründete Unternehmen erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 176,1 Millionen Euro und einen Jahresüberschuss bei 22,9 Millionen Euro. Während die Erlöse um 1 Prozent nachgaben, stieg der Gewinn um 4 Prozent. Vor fünf Jahren lag der Umsatz noch bei 137,9 Millionen und der Gewinn bei 10,4 Millionen Euro.

Klare Strategie hilft

Aber nicht nur das Zahlenwerk des Berliner Unternehmens überzeugt. Auch die Strategie, die der Vorstand um den Vorsitzenden Dr. Andreas Eckert verfolgt, macht Mut. Die Spezialisten für Therapien zur Bestrahlung von Tumoren mit Hilfe radioaktiver Substanzen – Isotope – konzentrieren sich zunehmend auf das Geschäft mit Radiopharmazeutika. Ein Markt, der aktuell weltweit ein Volumen von mehr als einer Milliarde Dollar aufweist und in den kommenden zehn Jahren auf rund 30 Milliarden Dollar steigen soll. Eckert & Ziegler zählt zu den wenigen Unternehmen, die die Zertifikate und Zulassungen zur Herstellung radioaktiver Isotope und für nukleartechnische Verfahren haben.

Während Eckert & Ziegler also das Geschäft mit Radiopharmazeutika, das derzeit 47 Prozent des Umsatzes ausmacht, weiter ausbaut, trennt sich die Gruppe von margenschwächeren Segmenten wie jüngst vom Geschäftsfeld für Tumorbestrahlungsgeräte. Um das Wachstum voranzutreiben, werden zudem die Kapazitäten für Radiopharmazeutika weltweit – etwa in Deutschland, den USA und China – ausgebaut.

Zuversichtliche Prognose

In der Zukunft könnte Eckert & Ziegler von der steigenden Nachfrage nach Isotopen wie etwa Gallium-68, Lutetium-177 und Yttrium-90 durchaus profitieren. Zudem dürften neue Anwendungsfelder für von Eckert & Ziegler betriebene Isotope das Geschäft der Berliner beflügeln. Noch gibt sich der Vorstand vorsichtig. So prognostizierte das Unternehmen jüngst für 2021 einen Umsatz auf Vorjahresniveau und einem Gewinn von 29 Millionen Euro. Durch den Sondereffekt aus dem Verkauf seiner Tumorbestrahlungssparte lag der Überschuss im ersten Quartal bei 13,8 Millionen Euro. Damit haben das SADX-Unternehmen bereits annähernd die Hälfte des für das Gesamtjahr geplanten Gewinns erreicht.

Trotz der bereits starken Entwicklung der Aktie könnte das Papier durchaus noch Potenzial haben. Auch wenn immer mit Korrekturen an der Börse gerechnet werden muss, scheint Eckert & Ziegler angesichts der schlüssigen Strategie, seiner technologischen Vorreiterrolle, den soliden Finanzkennzahlen und den weltweiten Perspektiven für mittel- und langfristige Investoren eine attraktive Anlagemöglichkeit im Rahmen des Vermögensaufbaus mit Aktien zu sein. Sollte die Geschäftsstrategie nicht aufgehen – beispielsweise aufgrund zunehmender Konkurrenz am Markt oder fehlender Zulassungen –, kann es auch zu sehr hohen Schwankungen kommen. Das müssen Anleger bei ihrer Entscheidungen einkalkulieren. Es ist eine Wette auf einen vergleichsweise kleinen Wert – und Wetten sind immer spekulativ.

 

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