Dividendenaktien sind ein „Ganz-Jahres-Thema“
19. September 2024
DAX-Aktien locken mit rekordhohen Dividendenausschüttungen, aber dies trifft nicht auf alle Papiere zu. Worauf Anleger bei ihrer Suche nach Dividendenaktien achten sollten.
Einmal im Jahr ist „Zahltag“. Dann schütten deutsche Unternehmen die Dividenden an ihre Aktionäre aus. Allein in diesem Jahr haben die im DAX notierten 40 Unternehmen rund 52 Milliarden Euro an Dividenden ausgeschüttet und damit nahezu so viel wie im zurückliegenden Jahr, das einen Dividendenrekord markierte. Trotz aller Krisen, die Dividende ist damit eine nach wie vor wichtige Einnahmequelle für die Aktionäre der Unternehmen geblieben – und sie wird es auch weiterhin sein.
Die Dividendenrendite, also das Verhältnis der ausgezahlten Dividende zum Aktienkurs, lag dabei bei rund drei Prozent. Das hört sich im ersten Moment nicht nach viel an, doch weit gefehlt. Dazu ein Beispiel: Angenommen Sie investieren 1.000 Euro in eine Aktie mit einer Dividendenrendite von 3 Prozent. Der Aktienkurs bewegt sich über einen Zeitraum von zehn Jahren nicht, die Dividende wird aber Jahr für Jahr ausgeschüttet. Nach zehn Jahren sind aus der Anfangsinvestition von 1.000 Euro gut 1.300 Euro geworden – vorausgesetzt, die jährliche Dividende von stets reinvestiert.
Dividendenaktien überraschten positiv
Zum anderen: Die Dividende ist nur ein Faktor, der die Rendite einer Aktienanlage bestimmt – hinzu kommt natürlich noch der mögliche Kursgewinn. Und: Die erwähnten drei Prozent Dividendenrendite der DAX-Aktien ist auch nur ein Durchschnitt. Einzelne Unternehmen und Branchen liegen deutlich darüber. Etwa die Versicherungsbranche. Hier gab es bei den zurückliegenden Dividendenauszahlungen besonders viel Freude. Die Allianz zum Beispiel hat die Dividende erhöht und lag mit 13,20 Euro je Anteilschein deutlich über der Erwartung von lediglich 12 Euro. Über ein Viertel der im DAX gelisteten Unternehmen zahlte letztendlich eine Dividende, die über den Erwartungen des Marktes lagen, ein Drittel blieb innerhalb der Prognosen.
Quartalszahlen geben ein Hinweis auf gute Dividendenaktien
Mit einer ähnlichen Entwicklung rechne ich auch im kommenden Jahr. Mit der Dividendensaison 2025 geht es zwar erst mit der Hauptversammlung von Siemens am 7. Februar 2025 los – doch Anleger können sich jetzt schon frühzeitig positionieren. Untersuchungen zeigen nämlich, dass gut positionierte Dividendenwerte nicht erst im unmittelbaren Vorfeld der Dividendenausschüttungen steigen, sondern schon einige Zeit zuvor.
Zudem zeigt ein Blick in die Vergangenheit: Dividendenaktien weisen häufig nicht nur eine bessere Performance auf als der Gesamtmarkt, sie schwanken in der Regel auch weniger stark. Besonders attraktiv sind natürlich Aktien von Unternehmen, die über einen sehr langen Zeitraum ihre Dividende sukzessive gesteigert haben. Wenn ein Konzern über Jahre, besser noch Jahrzehnte, in der Lage ist, seine Dividendenzahlungen sukzessive zu erhöhen, dann spricht das nun einmal für ein nachhaltig steigendes Gewinnwachstum – über alle Krisen und Probleme hinweg.
Das schaffen natürlich nicht alle Unternehmen, wie auch ein Blick auf die DAX-Aktien zeigt. So musste Fresenius in diesem Jahr sogar seine Dividenden komplett streichen, Bayer kürzte sie auf ein Minimum zusammen. Damit Ihnen das nicht passiert, sollten Sie das Thema Dividende stets im Blick haben.
Dividende ist nicht Dividende
Zumal: Auch wenn die Dividenden in Deutschland nur einmal im Jahr ausgezahlt werden – im angelsächsischen Raum ist das anders, hier kann es zu Auszahlungen bis zu viermal im Jahr kommen, man spricht dann von der Quartalsdividende – und daher sind Dividenden auch ein „Ganz-Jahres-Thema“. Denn auch die vierteljährlichen Quartalszahlen geben einen wichtigen Hinweis, wohin es mit der nächsten Dividende gehen könnte. So läuteten beispielsweise bei Fresenius spätestens im dritten Quartal 2023 mit schlechten Zahlen die Alarmglocken. Auch wenn zu diesem Zeitpunkt noch nicht ganz klar war, wie es weitergeht, Dividendenanleger hätten gewarnt sein müssen.
Das Thema Dividendenaktien ist also sehr komplex und deutlich vielseitiger als ein einmaliger Blick auf die prognostizierten Dividendenzahlungen. Viele Anleger sind damit überfordert, was eine professionelle Beratung nötig macht. Wir bieten Ihnen diese Beratung und freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.
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Dr. Markus C. Zschaber, Gründer und Geschäftsführer der V.M.Z. Vermögensverwaltungsgesellschaft, gilt als einer der erfahrensten und renommiertesten Vermögensverwalter in Deutschland und begleitet alle Prozesse im Unternehmen aktiv mit.
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