Dividenden – die Saison ist eröffnet
19. Februar 2026
Nach 2025 verspricht auch 2026 ein gutes Dividendenjahr zu werden. Den Auftakt dazu hat Siemens gemacht, nun geht es wie immer in schneller Folge weiter. Welche Aktien überzeugen könnten und worauf Dividendenjäger achten sollten.
Was dem Karnevalsjeck der 11.11 ist, ist dem Dividendenjäger die Hauptversammlung (HV) von Siemens, die ordnungsgemäß Anfang Februar stattfindet. Schließlich wird mit der Siemens-HV hierzulande quasi offiziell und traditionell die jährliche Dividendensaison eingeläutet – so wie mit dem 11.11. die Jeckensaison ihren Startpunkt hat.
Das ist 2026 nicht anders, am 12. Februar war es diesmal soweit. In der Münchner Olympiahalle verkündete Siemens-Chef Roland Busch gute Zahlen für das zurückliegende Geschäftsjahr, einen Gewinnrekord und ein stattliches Umsatzplus von über sieben Prozent. Das lässt Spielraum für eine Dividendenerhöhung von fast drei Prozent auf 5,35 Euro pro Aktie. Und auch sonst schaut Busch recht zuversichtlich nach vorne. Der Umbau von Siemens soll weitergehen, hin zu einem „One Tech“-Konzern, Hightech soll Umsatz und Gewinn antreiben, Software und KI im Mittelpunkt stehen.
Trotz Flaute, dürften Dividenden stabil bleiben
Hört sich doch gut an – und könnte zugleich auch ein Omen für die nachfolgenden Unternehmen sein, die nun in enger Taktfrequenz ihre Zahlen offenlegen und die Dividende beschließen. Auch wenn die Ausschüttungen 2026 keine neuen Rekordstände markieren werden, mit einem zu erwartenden Volumen von etwa 53 Milliarden Euro dürften sie aber ungefähr das Ausschüttungsniveau von 2024 erreichen. Und das ist schon was, denn die Wirtschaft an sich stagniert ja seit einigen Jahren in Deutschland. Dass die heimischen Unternehmen dennoch gutes Zahlenwerk vorlegen, das zumindest ein gleichbleibendes hohes Dividendenniveau garantiert, hat viel damit zu tun, dass deutsche Unternehmen stark auslandsorientiert arbeiten, sprich exportieren. Seit Ende 2019 sind die Unternehmensgewinne um rund ein Drittel angestiegen, trotz der Flaute in heimatlichen „Gewässern“.
Dividenden – Finanzen statt Auto
Allerdings, und das sollten Dividendenjäger genau im Blick haben, gibt es durchaus Unterschiede. Die Zeiten, in denen etwa Autowerte vor Kraft strotzen und den spendabelsten Dividendenwerten zählen, sind längst vorbei. Autokonzerne gehören heute eher zu den Sorgenkindern. Sie stehen zusammengefasst für nur noch etwa einem Achtel der Gesamtdividendensumme, die ausgeschüttet wird. Und angesichts vertaner Chancen und zunehmender Konkurrenz aus Fernost (Stichpunkt E-Mobilität) rechnet auch kaum ein Beobachter mit einem zeitnahen Comeback der Autowerte, auch nicht in Sachen Dividenden.
Anders und besser sieht es da schon bei den vielen Versicherern und Banken aus. Der Finanzsektor gibt Vollgas, sagt man in Frankfurt an der Börse. Banken und Versicherungen sind mittlerweile vom absoluten Volumen her gesehen mit über 14 Milliarden Euro die größten, zugleich aber auch die am schnellsten wachsenden Dividendenzahler.
Dividende ist nicht gleich Dividende
Doch keine Party ohne Miesepeter. Denn Dividende ist nicht gleich Dividende. Am Ende sollte sich ein Anleger nämlich immer fragen, woher das Geld eigentlich stammt, das er da ausgezahlt bekommt? Eigentlich, so denkt man vielleicht, könnte es egal sein, ist es aber nicht. Denn jede Dividendenauszahlung führt am Aktienmarkt automatisch zu einem rechnerischen Kursabschlag, von „ex-Dividende“ spricht man dann. Diesen Abschlag wieder aufzuholen, das schaffen nur die starken Dividendenzahler, die ihre Ausschüttung nicht aus der Substanz bedienen. Unter diesem Gesichtspunkt ist klar, dass die Höhe der Dividendenrendite allein kein Kriterium für einen Anleger sein darf. Es gibt einige Aktien im DAX, die fünf Prozent und mehr Dividendenrendite aufweisen. Doch ein Kauf sind sie definitiv nicht.
Wer hier Rat sucht, sollte sich an einen professionellen Vermögensverwalter wenden, so wie wir es sind. Lassen Sie uns also über Dividendenaktien sprechen und über die Dividendensaison 2026, damit am Ende dem Dividendenjäger nicht ein ähnliches Schicksal droht wie dem Karnevalsjecken, nämlich ein „dicker fetter Kater“: Kontakt.
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Dr. Markus C. Zschaber, Gründer und Geschäftsführer der V.M.Z. Vermögensverwaltungsgesellschaft, gilt als einer der erfahrensten und renommiertesten Vermögensverwalter in Deutschland und begleitet alle Prozesse im Unternehmen aktiv mit.
Analysen & Kommentare
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