DAX 2026: Die „Weide“ wird größer
8. Januar 2026
Wie entwickelt sich der DAX im neuen Jahr? Auch wenn am Ende die Psychologie mitspielt, einige „Zaunpfähle“ lassen sich einschlagen, die die „Auslauffläche“ vorgeben. Und die wird beim DAX 2026 größer.
Spieglein, Spieglein an der Wand, wohin steuert der DAX 2026? Zugegeben: Die Frage ist nicht neu, sie wird wohl jedes Jahr gestellt – und in der Regel mehr schlecht als recht beantwortet. Und das liegt nun mal in der Natur der Sache, sprich der Börse. Der Aktienmarkt schwankt nun mal, und das nicht immer nach rationalen Argumenten, wie wir spätestens seit André Kostolany wissen. Der Altmeister formulierte es einmal: „Die Börse reagiert auf Fakten aber auch zu einem großen Teil auf die Psychologie“.
Fakt ist: Trotz „Psychologie“ gibt es nämlich durchaus wichtige Fakten, die sozusagen die Eckpfeiler manifestieren, Zaunpfählen gleich, in denen sich die „Pferde“ sprich Aktienkurse frei bewegen können.
Zaunpfahl eins: Zinsen
Ein so ein Zaunpfahl sind die Zinsen. Steigen sie, engen sie den „Bewegungsfreiraum“ des DAX ein, fallen sie, kann er so richtig „losgaloppieren“. Das haben wir 2025 beobachten können. Trotz vieler Störfeuer, der Dax beschleunigte seinen Gang, legte zu, auch weil die EZB die Zinsen in mehreren Schritten von drei auf zwei Prozent senkte. Dieser Zaunpfahl könnte 2026 allerdings, wenn nicht wegfallen, so doch zumindest unverrückbar im Boden stecken bleiben. Der Spielraum für weitere Zinssenkungen ist nämlich inzwischen recht überschaubar. Sicherlich, ein paar Prozentpunkte sind noch theoretisch möglich, aber die sind überschaubar.
Anders sieht es da in den USA aus. Dort stehen die Zinsen noch bei vier Prozent. Weitere Senkungen sind hier sehr wahrscheinlich, zumal US-Präsident Donald Trump mit seinem Wunschkandidaten für den im Mai freiwerdenden Posten an der Spitze der Notenbank, Kevin Hassett, einen ausgesprochenen Befürworter von Zinssenkungen an der Hand hat. Auch wenn das den DAX nicht direkt betrifft, eine expansivere Geldpolitik der US-Notenbank könnte sich auch positiv auf den deutschen Markt auswirken. Steigen US-Aktien, können in aller Regel auch deutsche Aktien davon profitieren.
Zaunpfahl zwei: Investitionen
Doch welche Zaunpfähle gibt es noch für den DAX 2026? Welchen können wir ein Stück weiter versetzen, so dass der deutsche Leitindex mehr „Auslauffläche“ bekommt? Da sind vor allem die hohen Investitionen in Infrastruktur, Klimaschutz und Verteidigung zu nennen. Milliardenbeträge werden locker gemacht, um die Infrastruktur in all ihren Facetten zu modernisieren und auszubauen, neben Straße und Schiene auch Kommunikations- und Bildungseinrichtungen. Allein für die Verkehrsinfrastruktur stehen in diesem Jahr rund 22 Milliarden Euro seitens des Bundes zur Verfügung, ergänzt durch weitere Milliarden auf kommunaler Ebene. Und auch in der Verteidigung geht es voran, die ersten Aufträge zur Modernisierung der Bundeswehr sind raus.
Man kann zu diesen Ausgaben stehen wie mal will, sie angesichts steigender Schulden heftig kritisieren, Tatsache ist dennoch, dass sie die Konjunktur stützen und antreiben. Aktuell liegen die Wachstumsaussichten für die deutsche Konjunktur bei um die ein Prozent im neuen Jahr. Das hört sich erst einmal vielleicht enttäuschend an, ist aber schon mal eine deutliche Steigerung gegenüber den Vorjahren mit Null- bis Minuswachstum. Daraus folgt: Der Zaunpfahl „Investitionen“ lässt sich ein gutes Stück versetzen, der DAX darf 2026 „galoppieren“.
Zaunpfahl drei: Gewinnwachstum
Eng in Verbindung mit dem Zaunpfahl „Investitionen“ steht ein weiterer Pfahl – und der lautet Unternehmensgewinne. Nachdem sich diese bei den DAX-Mitgliedern 2025 eher enttäuschend entwickelt haben, könnte es 2026 besser aussehen. Ein Gewinnwachstum von bis zu 13 Prozent wird Prognosen zufolge erwartet. Auch wenn diese Vorhersage vielleicht zu hoch gegriffen sein könnte, unter dem Strich sollten sich das Gewinnwachstum erholen. Das Gewinnwachstum bei den Unternehmen wird maßgeblich das Aufwärtspotenzial beim DAX in 2026 bestimmen. Es ist damit ein wichtiger Zaunpfahl, der, bei aller Unsicherheit, wohl ein Stück weiter gesetzt werden kann und dem DAX neue „Auslauffläche“ gewährt.
Zaunpfahl vier: Trends
Und noch einen Zaunpfahl können wir nach außen setzen, nämlich „Trends“. Der Boom um die Künstliche Intelligenz etwa, der schon 2025 ein wesentlicher Treiber für die Börse war, er dürfte sich 2026 fortsetzen. Auch wenn die Unternehmen, die davon profitieren, vielleicht andere sein werden, der technologische Fortschritt motiviert und treibt die Börse nach vorne. Die KI bekommt nun Einzug in den Alltag, verändert nicht nur unseren Konsum, sondern auch unsere Arbeitswelt. Die KI in der konkreten Anwendung, davon könnten auch deutsche Unternehmen profitieren.
DAX 2026: Stockpicking ist angesagt
Unterm Strich, so lässt sich sagen, sprechen einige Fakten also für eine erfreuliche Entwicklung des DAX im neuen Jahr. Die „Weide“ wurde ein Stück größer, die der DAX 2026 nun zum „Galoppieren“ nutzen kann. Und als Anleger muss man natürlich immer daran denken, eine hohe Diversifizierung zu haben. Dass bedeutet damit auch nur einen kleinen Teil an DAX-Werten oder einem ETF auf den DAX zu haben – wir sagen für dieses Jahr auch, es ist generell Stockpicking angesagt, also die Top-Einzelwerte zu entdecken.
Wie man das Potenzial der Börse in 2026 als Anleger nutzen kann, dazu mehr in einem persönlichen Gespräch: Kontakt.
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Dr. Markus C. Zschaber, Gründer und Geschäftsführer der V.M.Z. Vermögensverwaltungsgesellschaft, gilt als einer der erfahrensten und renommiertesten Vermögensverwalter in Deutschland und begleitet alle Prozesse im Unternehmen aktiv mit.
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