Clean Meat – die „saubere“ Lösung

27. August 2026

Die traditionelle Fleischproduktion ist mit vielen Problemen verbunden. Kein Wunder also, dass Wissenschaftler schon seit einigen Jahren attraktive Alternativen erforschen. Mit dem sogenannten Clean Meat sind sie nun fündig geworden. Was das genau ist und wie Anleger an dieser Entwicklung partizipieren können, erfahren Sie im sechsten und letzten Teil unserer Serie rund um technologische Neuerungen.

Es gibt Zukunftstechnologien, bei denen man gar nicht so recht weiß, mit welchen Argumenten man als erstes anfangen soll, um ihre Vorteile herauszustellen. Clean Meat oder in-virto-fleisch ist so eine Zukunftstechnologie. Im Kern geht es bei dieser Neuerung darum, Fleisch zu produzieren, für das kein Tier zuvor geschlachtet werden musste. Hört sich erst einmal recht gut an, vor allem unter moralischen Gesichtspunkten. Das stimmt auch, denn das Schlachten von Tieren ist – abhängig von den Regionen – teils umstritten.

Aber: Selbst wenn man davon überzeugt ist, dass das grundsätzlich für den Menschen erlaubt ist, spätestens ein Blick in ein Schlachthaus und die vielen Skandale rund um das Schlachten machen klar, hier stimmt was nicht. Aber auch das könnte man noch wegdiskutieren, darum verlassen wir jetzt die moralische Ebene – und begeben uns in die harte Welt der Fakten.

Fleisch belastet das Klima

Unumstritten ist: Die Fleischzucht zählt zu einer der großen Klimakiller der Gegenwart. Allein in Deutschland werden jedes Jahr entlang der gesamten Lieferkette der Fleischproduktion rund 120 Millionen Tonnen CO2-Äquvilante ausgestoßen, meist in Form von Methan und Lachgas. 120 Millionen Tonnen, das sind ungefähr ein Sechstel der gesamten deutschen CO2-Emissionen im Jahr, also eine durchaus relevante Größe.

Hinzu kommt, dass Fleischzucht wertvolle Ressourcen wie Getreide und Wasser benötigt. Große Teile der Getreideproduktion wandern in die Aufzucht von Fleisch, Tiere wollen nun mal essen. Dabei geht ein Teil der Nährstoffe verloren. Bis zu 50 Prozent der durch Getreide zugeführten Nährstoffe werden von den Tieren nicht verarbeitet. Am Ende wird mehr „investiert“, als „Ertrag“ produziert wird. Und: Tiere brauchen viel Wasser, was, das wissen wir nicht erst seit dem Sommer 2026, immer knapper wird. Das ist Fakt zwei.

Lebensmittelkonzerne investieren in Clean Meat

Fakt eins und zwei sind frei von moralischen Aspekten. Das ist wichtig, denn so wird klar: Es muss etwas geschehen. In-vitro-Fleisch ist da eine mögliche Antwort. Denn: Clean Meat ist richtiges Fleisch, aber eben ohne Tier. Tierische Zellen wachsen in einem Bioreaktor zu Steaks und Hähnchenschenkeln einschließlich Muskulatur. Selbst die Produktion von Eiern und Milch ist so möglich. Alles Unsinn? Nein, die ersten Restaurants verkaufen bereits Clean Meat, etwa in Singapur. In Europa ist Clean Meat noch nicht zugelassen, erste Anträge laufen aber.

Dass Clean Meat ernst zu nehmen ist, zeigt auch der Umstand, dass nahezu alle großen Lebensmittelproduzenten in Clean Meat investieren. Selbst Schlachthausketten haben das Potenzial erkannt und sich an Start-ups aus der Clean-Meat-Szene beteiligt. Man scheint zu spüren, dass da ein neuer Trend entsteht, der möglicherweise vieles verändert – und auf mittlere und lange Sicht auch am Aktienmarkt an Bedeutung gewinnen dürfte.

Mit Clean Meat gegen die Zoonose

Und noch ein Fakt ist zu nennen. In Clean Meat sind keine Krankheitskeime oder Medikamentenrückstände. Beides ist ein Riesenproblem. Krankheitskeime können auf den Menschen übertragen werden, die sogenannte Zoonose. Das HIV-Virus wurde so auf den Menschen übertragen, aber auch möglicherweise das Corona-Virus und Ebola. Und: Durch den Einsatz von Medikamenten bei der Tierzucht – vor allem Antibiotika – hat die Resistenz vieler Menschen erheblich zugenommen.

Nun, kein Zukunftstrend ohne berechtigte Kritik. Auch Clean Meat hat sicherlich Nachteile. So benötigt die Zucht von Fleisch auf diese Art viel Energie. Und so richtig clean ist das Fleisch bisher auch nicht. Denn noch ist man bei den Tierzellen, die sich im Bioreaktor vermehren, anfänglich auf tierische Zellen angewiesen, die aus dem Schlachthaus kommen. An Alternativen wird jedoch gearbeitet, so dass eines Tages Clean Meat wirklich „clean“ ist.

Für interessierte Anleger ist es unterdessen nicht leicht, in Clean Meat zu investieren. Clean-Meat-Unternehmen sind meist in privater Hand, an der Börse ist bisher kein reines Clean-Meat-Unternehmen notiert. Das wird sich sicherlich ändern. Aber auch schon jetzt gibt Mittel und Wege, sich als Anleger an Clean Meat zu beteiligen, etwa durch ein Engagement bei Unternehmen, die Basistechnologien zur Verfügung stellen, wie Nährlösungen zur Kultivierung von Zellen, aus denen dann das Steak wächst. Nimmt die Bedeutung von Clean Meat zu – und davon ist mittel- und langfristig auszugehen –, dürften auch diese Zulieferer davon profitieren. Weitere Informationen und Ideen rund um das Thema Clean Meat erläutern wir gerne in einem Gespräch: Kontakt.

 

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Dr_Markus_C_Zschaber_Pressefoto_2025Über den Autor:
Dr. Markus C. Zschaber, Gründer und Geschäftsführer der V.M.Z. Vermögensverwaltungsgesellschaft, gilt als einer der erfahrensten und renommiertesten Vermögensverwalter in Deutschland und begleitet alle Prozesse im Unternehmen aktiv mit.

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