Börsenausblick: Goldener Herbst statt Sturmtief

24. September 2025

Viel Sonnenschein zum Sommerausklang, das lässt für den gerade gestarteten Herbst hoffen. Auch an der Börse könnte es im Herbst weitaus besser laufen, als viele Anleger derzeit noch vermuten.

Pünktlich zum Herbstanfang, der in diesem Jahr kalendarisch auf den 22. September fiel, wurde es noch einmal so richtig warm. Fast 30 Grad und viel Sonnenschein, das entsprechende Wochenende war ein gelungener Sommerausklang und vielleicht auch der Beginn eines „goldenen Herbstes“ – und das nicht nur wettertechnisch, sondern auch an der Börse. Denn, Fakt ist: Die Aktienmärkte präsentieren sich – kurze Korrekturphasen inklusive – in recht robuster Verfassung.

Auch wenn in den zurückliegenden Wochen hier und da Unsicherheit aufkam, am Aktienmarkt schlug sich diese nur sehr begrenzt nieder. Die Frage stellt sich also, können wir uns Hoffnung auf eine Herbstrally machen oder müssen wir uns auf ein Sturmtief vorbereiten?

Herbstrally vs. Sturmtief – die Statistik macht Mut

Ein erster Versuch, sich einer Antwort anzunähern, führt in die Welt der Statistik. Wie haben sich also die Märkte im Oktober in den zurückliegenden Jahren entwickelt? Der DAX etwa hat seit den 1960er-Jahren im Oktober im Schnitt um 0,6 Prozent zugelegt. Das ist keine Top-Performance, die könnte uns rein statistisch gesehen aber im November bevorstehen; in dem Monat hat der DAX in den zurückliegenden Jahrzehnten im Schnitt um fast 1,5 Prozent zugelegt.

Richtig ist zwar auch, dass es im Oktober durchaus auch mal hochhergehen kann. So gab der DAX etwa im Oktober 1987 um über 20 Prozent nach, damals vor dem Hintergrund von Sorgen um das Wachstum in den USA. Demgegenüber stehen aber auch sehr positive Oktobertage, wie der 13. Oktober 2008. Damals reagierte der DAX auf vorherige Verluste im Umfeld einer Finanzkrise mit einem Plus von über elf Prozent binnen eines Tages.

Man sieht: Der Oktober hat vieles zu bieten, gute wie schlechte Tage. Unter dem Strich macht die Statistik Mut, doch kurzfristige negative Überraschungen sind mit einzukalkulieren.

Börsen präsentieren sich recht robust

Aber: Mag kann es drehen und wenden, wie man möchte; ein Blick in den Rückspiegel mag zwar für den einen oder anderen Statistiker interessant sein, doch hilft er nicht wirklich dabei, die aktuelle und künftige Entwicklung an der Börse zu beurteilen. Verlassen wir daher die Statistik und schauen auf die fundamentalen Rahmendaten. Die Faktoren, die Unsicherheit erzeugen, sind bekannt – US-Zölle, Inflation und Geopolitik, die Schlagwörter begegnen uns Tag für Tag. Doch wichtiger an dieser Stelle ist zu sehen, dass diese Faktoren die Börsen bislang nicht wirklich tiefgreifend erschüttern konnten. Die Mehrheit der Anleger lässt sich also nicht beirren. Und genau hier schlummert auch das Potenzial für einen goldenen Herbst. Getrau dem Motto „Was nicht nach unten will, das geht nach oben“ könnte es sein, dass man am Markt nur geradezu auf positive Nachrichten wartet, um weitere Käufe zu rechtfertigen.

Notenbanken als Kursstütze

Und von diesen möglichen positiven Nachrichten gibt es schon einige. Da wären vor allem weitere Zinssenkungen – allen voran von der US-Notenbank Fed –, die den Aktienmärkten wohl ordentlich Rückenwind verleihen dürften. Doch wie realistisch sind solche Zinssenkungsfantasien? Auf jeden Fall realistischer als das Gegenteil, nämlich Zinserhöhungen. Die zurückliegenden Arbeitslosenzahlen aus den USA etwa, die mit 4,3 Prozent historisch gesehen zwar recht niedrig sind, dennoch aber ein Vierjahreshoch markieren, haben die US-Notenbank wohl zu der Zinssenkung im September „angestiftet“. Um einen Viertel Prozentpunkt ging es nach unten, dem niedrigsten denkbaren Schritt, was die Börse aber nicht von einem kräftigen Sprung nach oben abhielt. Der DAX etwa schoss zur Eröffnung am Folgetag um rund 300 Punkte nach oben. Man sieht, die Anleger stehen bereit, um gute Nachrichten in steigende Kurse umzumünzen.

Gleichzeitig hat US-Notenbankchef Jerome Powell mögliche weitere Zinssenkungen nicht ausgeschlossen, auch wenn er auf der Inflationsseite gewisse Gefahren sieht. Man muss nun abwarten, wie sich die Inflation weiterentwickelt, zum Jahresende hin könnte der Leitzins in den USA aber noch weiter fallen. Und genau hier schlummert derzeit wohl die größte Kursfantasie. Kommt es zu weiteren Zinssenkungen, dürfte das an der Börse sehr positiv aufgenommen werden.

Stockpicking ist das Gebot der Stunde

Aus all dem folgt, Anleger sollten der Börse in den kommenden Wochen treu bleiben. Stürme sind nicht gänzlich ausgeschlossen, aber ein goldener Herbst lockt. Doch Vorsicht: Anleger sollten nun aber dennoch den Fehler vermeiden, auf einen Index zu setzen. Denn: Die Gemengelage ist weiterhin herausfordernd, und zudem würde nicht jedes Unternehmen gleichermaßen von weiteren möglichen Zinssenkungen profitieren. Gerade jetzt kommt es darauf an, gezielt in einzelne Aktien zu investieren, Stichwort „Stockpicking“. Welche Aktien dabei besondere Rücksicht finden sollten, darüber möchten wir mit Ihnen sprechen: Kontakt.

 

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Dr_Markus_C_Zschaber_Pressefoto_2025Über den Autor:
Dr. Markus C. Zschaber, Gründer und Geschäftsführer der V.M.Z. Vermögensverwaltungsgesellschaft, gilt als einer der erfahrensten und renommiertesten Vermögensverwalter in Deutschland und begleitet alle Prozesse im Unternehmen aktiv mit.

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