Börsenausblick 2026: Mehr Sonne als Wolken

4. Dezember 2025

Regen, gar Sturm – lautet so die Wetterprognose für das Börsenjahr 2026? Nein, sonnig mit Wolkenfeldern ist die Vorhersage. Kommen Sie mit auf eine meteorologische Erkundungsreise am Aktienmarkt.

Sonnig mit einigen Wolkenfeldern, so in etwa würden vielleicht Meteorologen die Aussichten für das Börsenwetter 2026 umschreiben. Das Umfeld für Aktien bleibt grundsätzlich positiv, dennoch muss mit einigen Eintrübungen gerechnet werden, eben mit Wolkenfeldern. Schauen wir uns die Prognose im Detail an. Zuerst die positiven Einflüsse:

  • Zinsen: Die Zinsen fallen, und werden dies aller Voraussicht nach auch 2026 tun. Nahezu alle großen Notenbanken sind auf einem Zinssenkungspfad eingeschwenkt, auch die Europäische Zentralbank und die US-amerikanische Fed. Hintergrund: die Inflation, die insbesondere während der Corona-Pandemie und des Kriegs Russlands gegen die Ukraine stark anstieg, hat deutlich nachgelassen. Vor allem die Energierohstoffe wie Öl und Gas, die ein Haupttreiber der Inflation waren, sind wieder billiger geworden. Ausweitungen bei der Öl- und Gasförderung lassen vermuten, dass dieser Trend auch 2026 seine Fortsetzung findet, die Inflation damit weiter tendenziell sinkt, was wiederum Zinssenkungspotenzial eröffnet. Das ist gut für Aktien, denn je niedriger das Zinsniveau, desto attraktiver der Aktienmarkt.

 

  • Trends als Impulsgeber: Die Welt steht vor enormen Herausforderungen, die bewältigt werden müssen. Neue Technologien treiben die Wirtschaft an. Die Künstliche Intelligenz etwa hat schon in den zurückliegenden Monaten für Furore gesorgt. Mit ihr lassen sich viele Prozesse, die bisher umständlich abgearbeitet werden mussten, automatisieren. Die KI ist zu einer Plattformtechnologie geworden, die das Wachstum der Unternehmen forciert. Auch dieser Trend wird sich 2026 fortsetzen, wenn vielleicht auch in anderer Weise. Vor allem Unternehmen aus der zweiten Reihe, also Konzerne, die die KI in den Alltag integrieren oder von ihr profitieren, könnten in den Fokus geraten.

 

  • Wachsende Ausgaben für Infrastruktur: Nach Jahren des Sparens hat man nun auch in den westlichen Industrienationen die Bedeutung funktionierender Infrastruktur erkannt. Dazu gehören nicht nur intakte Straßen und Schienen, auch leistungsstarke Kommunikations- und Energienetze sind Voraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg. Mit hohen Milliardenbeträgen unterstützen die Länder nun die Modernisierung und den Ausbau der Infrastruktur. Flankiert werden die staatlichen Ausgaben durch private Investitionen. Allein Microsoft, Amazon, Alphabet und Meta werden ihre Investitionsausgaben 2026 womöglich auf über 400 Milliarden US-Dollar erhöhen. Ein großer Teil dieses Geldes fließt in die Infrastruktur, etwa in den Bau von Rechenzentren, die Voraussetzung für die KI sind. Die wachsenden Ausgaben für die Infrastruktur sind ein wichtiger Unterstützer für den Aktienmarkt – und sie dürften 2026 gegenüber 2025 sogar noch zunehmen.

Nun zu den negativen Einflüssen, zu den Wolkenfeldern:

  • Geopolitische Verwerfungen: Die Welt ist im Umbruch. Die Nachkriegsordnung, die lange Zeit für politische Stabilität gesorgt hat, wenn auch mit Anspannungen (Stichwort Kalter Krieg), ist zumindest in Frage gestellt und beunruhigt die Welt. Das Thema rund um die Globalisierung wurde seit geraumer Zeit aus einem anderen Blickwinkel betrachtet, dazu gehören auch die US-Zollpolitik und natürlich der Aufstieg Chinas. Nun, allgemein sagt man am Aktienmarkt, dass politische Börsen kurze Beine haben, doch das stimmt nicht immer, denn wenn geopolitische Umwälzungen neue Voraussetzungen schaffen, beeinflusst das auch die Wirtschaft, und damit auch die Börse – im negativen wie im positiven Sinne. 2026 könnte hier zu einem zentralen Jahr werden, in dem etwa der Ukraine-Krieg enden könnte, mit der dann aufkommenden Frage, wie geht es weiter. Vernünftig wäre sich an den Verhandlungstisch zu setzen und gerade für Deutschland das Thema der günstigen Energie nochmals komplett durchdenken, auch in Richtung Russland. Viele Themen dürften sich in einer erhöhten Volatilität niederschlagen, was für die Anleger sicherlich zu einer Herausforderung wird. Aber mit Blick auf die USA, muss man auch sagen, dass dortige Investitionsprogramm, welches US-Präsident Donald Trump in Leben gerufen hat, beinhaltet derzeit fast 6 Billionen Dollar an Investitionskraft, dass gab es so noch nie in der Geschichte der USA und wird den Aufschwung in den kommenden Jahren sehr stark untermauern.

 

  • Bewertung: Die Bewertung der Aktienmärkte ist nicht ohne. Der DAX etwa weist für das kommende Jahr je nach Prognose ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15 bis 18 auf, was historisch gesehen eher im oberen Bewertungsfeld liegt. Das heißt nicht, dass es zwangsläufig zu Korrekturen kommen muss, aber statt auf den breiten Markt zu setzen bietet sich Stockpicking an, was wiederum Wissen, Erfahrung, Zeit und Können erfordert. Dazu muss man, wenn man auf die ganze Welt blickt und dabei insbesondere auf die USA, feststellen, es gibt viele Anzeichen für eine Situation, dass die Umsätze sehr stabil sind, gerade erlebten wir ein Quartalswachstum in Höhe von 3,9 Prozent. Im Technologiesektor wachsen die Unternehmen durch ihre Umsätze und den Gewinn in ihre KGV`s bzw. reduzieren diese. Der S&P 500 beispielsweise hat ein Forward KVG für 12 Monate, das in Höhe von 22 liegt, also identisch dem von heute.

Sonnig mit Wolkenfeldern, nach der Detailanalyse wird deutlich, was gemeint ist. Ein Punkt bleibt noch kurz anzusprechen, der weder sonnig noch wolkig sein muss – und das ist der US-Dollar. In diesem Jahr erlebten wir praktisch einen künstlichen Währungskrieg. Um vermeintlich den US-Wirtschaftraum interessanter zu gestalten, wertete man den US-Dollar ab. Dieses führte gegenüber anderen Währungen, beispielsweise dem Euro, zu erheblichen Einbußen, mitunter bis zu 16 Prozent. Dennoch muss man wissen, der US-Dollar bleibt nun mal die Weltleitwährung und er wird sich wieder normalisieren. Denken wir nur daran: 80 Prozent aller Währungstransaktionen weltweit wurden im Jahr 2024 in US-Dollar abgewickelt, die internationalen Schulden sind zu 72 Prozent in US-Dollar, Devisenreserve machen global mehr als 52 Prozent in US-Dollar aus und vor allen Dingen die internationalen Kredite werden über 50 Prozent in US-Dollar vereinbart. Eine Dollar-Abwertung führte bei US-Aktien, die von europäischen Anlegern gehalten werden, in diesem Jahr zu Währungsverlusten, die dann wieder bei Aufwertung des Dollars zu hohen Währungsgewinnen führen würden – und da ist erhebliches Potential, wenn es wieder in eine normale Richtung läuft.

Wenn Sie mehr über das Börsenwetter 2026 erfahren wollen, über eine Meldung freuen wir uns. Wir sind schon seit Wochen fleißig am Analysieren, welches Szenario sich im kommenden Jahr für uns und die Anleger bieten wird.: Kontakt.

 

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Dr_Markus_C_Zschaber_Pressefoto_2025Über den Autor:
Dr. Markus C. Zschaber, Gründer und Geschäftsführer der V.M.Z. Vermögensverwaltungsgesellschaft, gilt als einer der erfahrensten und renommiertesten Vermögensverwalter in Deutschland und begleitet alle Prozesse im Unternehmen aktiv mit.

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